Palazzo Davanzati: Wohnen wie im Mittelalter
Why is it significant?
Leg den Kopf in den Nacken und folge der Fassade nach oben, Stockwerk um Stockwerk, bis zur offenen Loggia unter dem Dach. Dieser Palast ist schmal und hoch, wie ein Turm, der beschlossen hat, ein Haus zu werden, und das ist kein Zufall. Er entstand im 14.
Key Facts
| Place | Palazzo Davanzati: Wohnen wie im Mittelalter |
|---|---|
| Address | Via Porta Rossa 13, 50123 Firenze FI, Italy |
| Geo Coordinates | 43.77010, 11.25290 |
| Part of Walk | Dantes Florenz: Geschlechtertürme, Blutfehden und die Göttliche Komödie |
| Generated | Generated |
Leg den Kopf in den Nacken und folge der Fassade nach oben, Stockwerk um Stockwerk, bis zur offenen Loggia unter dem Dach. Dieser Palast ist schmal und hoch, wie ein Turm, der beschlossen hat, ein Haus zu werden, und das ist kein Zufall.
Er entstand im 14. Jahrhundert für die Kaufmannsfamilie Davizzi, in einer Zeit, in der die alten Geschlechtertürme gerade an Macht verloren. Um 1250 hatte die Stadt angeordnet, die Türme der Adelsfamilien zu kappen, und viele wurden auf eine bestimmte Höhe gestutzt. Die reichen Kaufleute bauten danach nicht mehr wehrhaft in die Höhe, aber sie dachten noch in Türmen: unten Laden und Lager, oben Wohnen, ganz oben die Küche, damit Rauch und Feuer weit weg vom Rest blieben.
Innen ist es, als hätte man die Bewohner gerade erst hinausgebeten. In der Wand läuft ein Brunnenschacht durch alle Etagen, sodass man in jedem Stockwerk Wasser heraufziehen konnte, ein Luxus im Mittelalter. Im großen Saal sind die Wände mit gemalten Stoffen und Papageien bedeckt, und es gibt sogar Abtritte, Toiletten, im Haus. Truhen, Betten und Geschirr sind so aufgestellt, wie ein reicher Haushalt um 1400 sie besessen haben könnte.
Das schönste Zimmer liegt weiter oben, ein Schlafzimmer. Ringsum läuft ein Fries, der eine ganze Geschichte erzählt: den französischen Versroman von der Kastellanin von Vergy, eine heimliche Liebe, ein gebrochenes Versprechen, ein tödliches Ende. Stell dir vor, du wachst jeden Morgen in einem Liebesroman auf, der schlecht ausgeht... Die Florentiner um 1400 lasen offenbar gern Literatur an der Wand.
1578 kaufte die Familie Davanzati das Haus. Ein Mitglied, Bernardo Davanzati, übersetzte Tacitus in ein berühmt knappes Italienisch. Anfang des 20. Jahrhunderts machte der Antiquar Elia Volpi daraus ein Museum, später übernahm es der Staat. Geh nun ein paar Schritte weiter zur Via delle Terme und dann links in den kleinen, versunkenen Platz mit der romanischen Kirche, der Piazza del Limbo.