Piazza della Repubblica und das Caffè Giubbe Rosse

Why is it significant?

Du stehst auf dem einzigen Platz der Altstadt, der sich nicht nach Florenz anfühlt: breite Arkaden, ein Triumphbogen, ein Karussell, Hotelfassaden wie in Turin oder Mailand. Und genau das war die Absicht.

Key Facts

PlacePiazza della Repubblica und das Caffè Giubbe Rosse
AddressPiazza della Repubblica 13, 50123 Firenze FI, Italy
Geo Coordinates43.77110, 11.25390
Part of WalkDantes Florenz: Geschlechtertürme, Blutfehden und die Göttliche Komödie
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Du stehst auf dem einzigen Platz der Altstadt, der sich nicht nach Florenz anfühlt: breite Arkaden, ein Triumphbogen, ein Karussell, Hotelfassaden wie in Turin oder Mailand. Und genau das war die Absicht.

Hier lag seit der Römerzeit das Herz der Stadt, das Forum und später der Mercato Vecchio, der Alte Markt, umgeben vom Ghetto, mit Kirchen, Türmen und Gassen aus Dantes Zeit. Als Florenz ab 1865 für einige Jahre Hauptstadt Italiens war, wollte man modern werden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts riss man das ganze Viertel ab. Die Inschrift auf dem Bogen feiert, das alte Zentrum sei aus jahrhundertelangem Elend zu neuem Leben erweckt worden... viele Florentiner sahen das ganz anders. Nur die Säule mit der Figur des Überflusses erinnert noch daran, dass hier einst die Wege des römischen Florenz zusammenliefen.

Und jetzt schau zur Seite, auf das Café mit den roten Markisen: die Giubbe Rosse. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts von deutschen Brüdern als Bierlokal eröffnet, bekam es seinen Namen von den roten Jacken der Kellner. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es das Wohnzimmer der Florentiner Avantgarde, der Maler, Dichter und Streithähne.

Die berühmteste Szene: 1911 hatte der Maler und Kritiker Ardengo Soffici eine Ausstellung der Futuristen in Mailand verrissen. Marinetti, Boccioni und Carrà nahmen den Zug nach Florenz, suchten ihn hier im Café und es gab Ohrfeigen und eine Schlägerei. Kurz darauf versöhnte man sich, und 1913 gründeten Soffici und Giovanni Papini die Zeitschrift Lacerba, eines der lautesten Sprachrohre des Futurismus. Später saß hier der junge Eugenio Montale, der viele Jahre danach den Nobelpreis für Literatur bekommen sollte.

Von Dante zu den Futuristen in ein paar hundert Metern: Florenz hat nie aufgehört, um Worte zu streiten. Verlass den Platz durch die Arkaden an der Südseite und geh in die Via Porta Rossa. Nach wenigen Schritten steht links ein hoher, schmaler Palast mit einer Loggia ganz oben.

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