Torre degli Amidei: Der Mord, der Florenz spaltete

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Such an der Via Por Santa Maria den schmalen, steinernen Turm, der zwischen den Nachkriegshäusern steht, und schau auf die zwei kleinen Löwenköpfe an der Fassade. Die Florentiner nennen sie liebevoll die Leoncini. Sie haben eine der blutigsten Geschichten der Stadt gesehen.

Key Facts

PlaceTorre degli Amidei: Der Mord, der Florenz spaltete
AddressVia Por Santa Maria 9, 50122 Firenze FI, Italy
Geo Coordinates43.76880, 11.25360
Part of WalkDantes Florenz: Geschlechtertürme, Blutfehden und die Göttliche Komödie
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Such an der Via Por Santa Maria den schmalen, steinernen Turm, der zwischen den Nachkriegshäusern steht, und schau auf die zwei kleinen Löwenköpfe an der Fassade. Die Florentiner nennen sie liebevoll die Leoncini. Sie haben eine der blutigsten Geschichten der Stadt gesehen.

Ostern 1216, so erzählen es die Chronisten. Ein junger Adliger, Buondelmonte de' Buondelmonti, ist mit einer Tochter aus dem Haus der Amidei verlobt. Doch eine Frau aus der Familie Donati zeigt ihm ihre schönere Tochter, und er bricht das Versprechen. Für die Amidei ist das eine Schande, die nur mit Blut abzuwaschen ist. Bei der Beratung soll ein Mann namens Mosca dei Lamberti den Satz gesagt haben, den man in Florenz bis heute kennt: Cosa fatta capo ha. Was getan ist, ist getan.

Am Ostermorgen reitet Buondelmonte in weißem Gewand über den Ponte Vecchio zu seiner Hochzeit. Am Ende der Brücke, beim alten Standbild des Mars, ziehen die Verschwörer ihn vom Pferd und erstechen ihn, praktisch vor dieser Haustür. Die Chronisten sahen darin den Beginn des Streits zwischen Guelfen und Ghibellinen in Florenz, der die Stadt über ein Jahrhundert zerreißen sollte.

Dante hat das nie vergessen. In der Hölle trifft er Mosca dei Lamberti unter den Säern der Zwietracht, mit abgehackten Händen, die Stümpfe in die Luft gereckt. Und im Paradies klagt sein Ahnherr Cacciaguida, wie viel Unglück Buondelmonte über Florenz gebracht habe, als er seine Hochzeit floh. Ohne diese Fehde gäbe es wohl auch Dantes Exil nicht, denn er war am Ende selbst ein Opfer der Parteikämpfe.

Und die Straße um dich herum trägt Narben einer viel späteren Gewalt. Im August 1944 sprengten die abziehenden deutschen Truppen die Häuser an beiden Enden des Ponte Vecchio, um den Vormarsch der Alliierten aufzuhalten. Der Amidei-Turm wurde dabei schwer beschädigt und danach wiederhergestellt, deshalb wirkt er zwischen den neuen Fassaden wie ein Überlebender. Geh jetzt die Via Por Santa Maria und die Via dei Calzaiuoli nach Norden, vorbei an der Zunftkirche Orsanmichele, und biege dann rechts zu einem runden Turm ab.

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