Ognissanti: Botticelli, Simonetta und Amerigo Vespucci
Why is it significant?
Vor dir öffnet sich ein Platz zum Arno hin, und an seiner Stirnseite steht eine Kirche mit einer hellen Barockfassade, eine der frühesten ihrer Art in Florenz.
Key Facts
| Place | Ognissanti: Botticelli, Simonetta und Amerigo Vespucci |
|---|---|
| Address | Borgo Ognissanti 42, 50123 Firenze FI, Italy |
| Geo Coordinates | 43.77260, 11.24570 |
| Part of Walk | Das Erbe der Medici: Florenz zwischen San Lorenzo und Santa Maria Novella |
| Generated | Generated |
Vor dir öffnet sich ein Platz zum Arno hin, und an seiner Stirnseite steht eine Kirche mit einer hellen Barockfassade, eine der frühesten ihrer Art in Florenz. Das ist Ognissanti, Allerheiligen, und ihre Fassade stammt von 1637, von Matteo Nigetti, demselben Architekten, der die Fürstenkapelle der Medici baute.
Gegründet wurde die Kirche im 13. Jahrhundert von den Humiliaten, einem Laienorden, der mit Wolle arbeitete und am Fluss Tücher wusch und färbte. Ringsum wohnten Handwerker und Kaufleute, darunter eine Familie, deren Name heute auf zwei Kontinenten steht: die Vespucci.
Drinnen, in der Kapelle der Familie, malte der junge Domenico Ghirlandaio um 1472 eine Schutzmantelmadonna. Unter ihrem ausgebreiteten Mantel drängen sich die Vespucci, und die Überlieferung sagt, einer der Jungen sei Amerigo. Amerigo Vespucci arbeitete später für einen Zweig der Medici, ging nach Sevilla und segelte über den Atlantik. 1507 schrieb ein deutscher Kartograf, Martin Waldseemüller, seinen Vornamen auf eine Weltkarte... und so heißt ein ganzer Erdteil Amerika.
Nun zur berühmtesten Vespucci, die nie eine geborene war. Simonetta Cattaneo heiratete in die Familie ein und galt als schönste Frau von Florenz. Beim großen Turnier von 1475 trug Giuliano de' Medici, der Bruder Lorenzos, ihr Bild auf seinem Banner. Ein Jahr später starb sie, erst zweiundzwanzig, und wurde hier begraben. Sandro Botticelli, der in diesem Viertel aufwuchs, liegt seit 1510 ebenfalls in Ognissanti. Die Legende will, dass er zu ihren Füßen ruhen wollte, und dass ihr Gesicht in seiner Venus weiterlebt. Belegt ist nichts davon, geglaubt wird es trotzdem.
An den Wänden des Langhauses hängen sich zwei Gelehrte gegenüber, beide 1480 gemalt: Botticellis heiliger Augustinus und Ghirlandaios heiliger Hieronymus, ein stiller Wettstreit zweier Meister. Die Franziskaner, die die Kirche später übernahmen, bewahren hier zudem eine Kutte, die der heilige Franziskus getragen haben soll. Geh jetzt zurück in die Stadt, durch die Via della Vigna Nuova oder die Via della Spada, bis zur Piazza Antinori am oberen Ende der Via de' Tornabuoni.