Santa Maria Novella: Masaccios Dreifaltigkeit
Why is it significant?
Lies die Inschrift, die quer über die Fassade läuft, unter dem Giebel: Iohanes Oricellarius, und dazu die Jahreszahl 1470. Das ist Giovanni Rucellai, ein Wollhändler, der hier seinen Namen größer an die Kirche schrieb als den jedes Heiligen.
Key Facts
| Place | Santa Maria Novella: Masaccios Dreifaltigkeit |
|---|---|
| Address | Piazza di Santa Maria Novella 18, 50123 Firenze FI, Italy |
| Geo Coordinates | 43.77450, 11.24920 |
| Part of Walk | Das Erbe der Medici: Florenz zwischen San Lorenzo und Santa Maria Novella |
| Generated | Generated |
Lies die Inschrift, die quer über die Fassade läuft, unter dem Giebel: Iohanes Oricellarius, und dazu die Jahreszahl 1470. Das ist Giovanni Rucellai, ein Wollhändler, der hier seinen Namen größer an die Kirche schrieb als den jedes Heiligen. Er bezahlte die obere Fassade, und Leon Battista Alberti verband die alten gotischen Bögen mit Kreisen, Quadraten und Voluten zu einem Bild vollkommener Harmonie.
Tritt ein und geh das linke Seitenschiff entlang, bis du vor einer gemalten Kapelle stehst, die es gar nicht gibt. Das ist Masaccios Dreifaltigkeit, um 1426 gemalt. Ein Tonnengewölbe mit Kassetten öffnet die Wand, als könntest du hineinsteigen, Gottvater hält das Kreuz, davor knien die Stifter. Es ist eines der ersten Gemälde überhaupt, das die neue Zentralperspektive streng durchrechnet. Masaccio war damals Mitte zwanzig und starb kurz darauf.
Ganz unten liegt ein gemaltes Skelett auf einem Sarkophag, und darüber steht ein Satz auf Italienisch: Ich war einst, was ihr seid, und was ich bin, werdet auch ihr sein. Später verdeckte man das Fresko mit einem Altar, und erst im 19. Jahrhundert kam es wieder ans Licht.
Hinter dem Hochaltar wartet die Tornabuoni-Kapelle. Zwischen 1485 und 1490 malte Domenico Ghirlandaio hier mit seiner Werkstatt das Leben Marias und Johannes des Täufers, und die biblischen Szenen spielen in Florentiner Wohnzimmern voller eleganter Damen. Auftraggeber war Giovanni Tornabuoni, der Onkel Lorenzos des Prächtigen, denn Lorenzos Mutter Lucrezia war eine Tornabuoni. In der Szene der Geburt Marias tritt eine junge Frau in Goldbrokat auf, die meist als Ludovica Tornabuoni gedeutet wird, die Tochter des Stifters.
Und noch etwas: In dieser Kirche beginnt eines der berühmtesten Bücher Europas. In Boccaccios Decamerone treffen sich im Pestjahr 1348 sieben junge Frauen hier nach der Messe und beschließen, aufs Land zu fliehen und sich Geschichten zu erzählen. Wenn du wieder draußen bist, geh links um die Kirche herum in die Via della Scala. Dort duftet es nach Rosen.