Sant'Ambrogio: Das Grab von Leonardos Lehrer
Why is it significant?
Riechst du das? Ein paar Schritte weiter ist der Markt von Sant'Ambrogio, wo die Florentiner selbst einkaufen, und vor dir steht eine schlichte Kirche mit einer Fassade aus dem 19. Jahrhundert, die keinen Reiseführer aus der Ruhe bringt. Genau deshalb kommen hierher fast keine Touristen.
Key Facts
| Place | Sant'Ambrogio: Das Grab von Leonardos Lehrer |
|---|---|
| Address | Piazza di Sant'Ambrogio, 50121 Firenze FI, Italy |
| Geo Coordinates | 43.77140, 11.26670 |
| Part of Walk | Michelangelo in Florenz: Vom Skulpturengarten zum David bis nach Santa Croce |
| Generated | Generated |
Riechst du das? Ein paar Schritte weiter ist der Markt von Sant'Ambrogio, wo die Florentiner selbst einkaufen, und vor dir steht eine schlichte Kirche mit einer Fassade aus dem 19. Jahrhundert, die keinen Reiseführer aus der Ruhe bringt. Genau deshalb kommen hierher fast keine Touristen.
Sant'Ambrogio ist eine der ältesten Pfarreien der Stadt, und in einer Seitenkapelle wird ein Wunder verehrt. Im Jahr 1230, so die Überlieferung, vergaß ein Priester, den Kelch nach der Messe richtig auszuwischen, und am nächsten Morgen fand man darin Blut. Die Kapelle, die dafür entstand, ist ein kleines Schatzhaus: ein Marmortabernakel von Mino da Fiesole und ein großes Fresko von Cosimo Rosselli mit einer Prozession, in der die Gesichter von Florentinern des 15. Jahrhunderts zu sehen sind.
Aber das eigentliche Geheimnis liegt im Boden. Hier ist Andrea del Verrocchio begraben, Bildhauer, Maler, Goldschmied, und der Lehrer Leonardos da Vinci. Er starb 1488 in Venedig, während er am Reiterdenkmal des Colleoni arbeitete, und sein Schüler Lorenzo di Credi ließ ihn nach Florenz zurückbringen.
Verrocchio hat einen eigenen David gemacht, eine Bronze, heute im Bargello. Ein schlanker, fast frecher Junge mit Goliaths Kopf zu Füßen und einem kleinen Lächeln. Seit Langem erzählt man sich, der junge Leonardo habe ihm Modell gestanden, beweisen kann es niemand. Und Vasari behauptet, Verrocchio habe das Malen aufgegeben, nachdem sein Schüler in der Taufe Christi einen Engel gemalt hatte, der schöner war als alles, was er selbst konnte.
Denk an diesen kleinen bronzenen David, wenn du an Michelangelos Riesen zurückdenkst. Zwischen den beiden liegen nur etwa dreißig Jahre, aber eine ganze Welt: hier der elegante Sieger, dort der angespannte Mensch vor der Tat. Und so liegt Leonardos Lehrer in einer stillen Marktkirche, während sein Schüler und dessen Rivale die Welt erobert haben. Nimm nun die Via de' Macci nach Süden und biege rechts in die Via Ghibellina. Dort wartet Michelangelos eigenes Haus.