Casa Buonarroti: Das Haus der Familie
Why is it significant?
Vor dir steht ein ruhiges Bürgerhaus an der Ecke von Via Ghibellina und Via Buonarroti, ein bisschen streng, ein bisschen vornehm. Kein Palast, kein Prunk. Und doch steckt hinter diesen Mauern so viel Michelangelo wie nirgends sonst in Florenz, außer vielleicht im Marmor der Accademia.
Key Facts
| Place | Casa Buonarroti: Das Haus der Familie |
|---|---|
| Address | Via Ghibellina 70, 50122 Firenze FI, Italy |
| Geo Coordinates | 43.76990, 11.26360 |
| Part of Walk | Michelangelo in Florenz: Vom Skulpturengarten zum David bis nach Santa Croce |
| Generated | Generated |
Vor dir steht ein ruhiges Bürgerhaus an der Ecke von Via Ghibellina und Via Buonarroti, ein bisschen streng, ein bisschen vornehm. Kein Palast, kein Prunk. Und doch steckt hinter diesen Mauern so viel Michelangelo wie nirgends sonst in Florenz, außer vielleicht im Marmor der Accademia.
Michelangelo kaufte hier 1508 mehrere Häuser, als Investition und als Sitz für seine Familie, um die er sich sein Leben lang kümmerte, mit Geld, Briefen und Vorwürfen. Er selbst wohnte kaum hier, die meiste Zeit war er in Rom. Aber sein Neffe Leonardo lebte im Haus, und dessen Sohn, Michelangelo Buonarroti der Jüngere, machte daraus ab 1612 ein Denkmal für seinen berühmten Großonkel, mit Gemälden, die dessen Leben feiern.
Das Kostbarste hängt in einem kleinen Raum: zwei Marmorreliefs, die Michelangelo als Teenager gemacht hat. Die Madonna an der Treppe, flach wie ein Hauch, Maria mit dem Kind auf einer Steintreppe sitzend, ganz in der Art Donatellos. Und daneben die Kentaurenschlacht, ein Gewühl aus nackten, kämpfenden Körpern, entstanden um 1492 im Haus Lorenzos de' Medici. Den Stoff soll ihm der Dichter Angelo Poliziano vorgeschlagen haben. Michelangelo hat dieses Relief nie aus der Hand gegeben, und als er es im Alter wiedersah, soll er bedauert haben, sich nicht ganz der Bildhauerei gewidmet zu haben.
Es gibt hier noch mehr: das große Holzmodell für eine Fassade von San Lorenzo, die nie gebaut wurde, und eine Sammlung seiner Zeichnungen, die so lichtempfindlich sind, dass sie nur abwechselnd gezeigt werden. Die Familie hat über Generationen gesammelt, und der letzte Nachfahre, Cosimo Buonarroti, vermachte das Haus 1858 der Stadt.
Stell dir vor, wie Michelangelo aus Rom Briefe an diese Adresse schrieb, voller Sorge um Geld, Gesundheit und den Familiennamen. Er war der berühmteste Künstler der Welt und blieb trotzdem der älteste Bruder, der für alle zahlen musste. Geh jetzt ein paar Schritte nach Süden, bis sich vor dir ein riesiger Platz öffnet.