Basilica della Santissima Annunziata: Das Wunderbild und die Gruft der Künstler
Why is it significant?
Geh unter den Bogengang an der Stirnseite des Platzes und tritt in den kleinen Vorhof, bevor du die Kirche betrittst. Rings um dich an den Wänden: Fresken von Andrea del Sarto, Pontormo und Rosso Fiorentino, gemalt von jungen Männern, die hier gegeneinander antraten, als wäre es ein Wettbewerb.
Key Facts
| Place | Basilica della Santissima Annunziata: Das Wunderbild und die Gruft der Künstler |
|---|---|
| Address | Piazza della Santissima Annunziata, 50121 Firenze FI, Italy |
| Geo Coordinates | 43.77700, 11.26140 |
| Part of Walk | Michelangelo in Florenz: Vom Skulpturengarten zum David bis nach Santa Croce |
| Generated | Generated |
Geh unter den Bogengang an der Stirnseite des Platzes und tritt in den kleinen Vorhof, bevor du die Kirche betrittst. Rings um dich an den Wänden: Fresken von Andrea del Sarto, Pontormo und Rosso Fiorentino, gemalt von jungen Männern, die hier gegeneinander antraten, als wäre es ein Wettbewerb. Eigentlich war es auch einer. Vasari erzählt, die Mönche hätten Andrea del Sarto dafür kläglich wenig bezahlt, und er habe trotzdem einige seiner schönsten Bilder hier gemalt.
Die Kirche gehört den Serviten, einem Orden, den der Überlieferung nach sieben Florentiner Kaufleute im 13. Jahrhundert gründeten. Berühmt wurde sie durch ein Fresko der Verkündigung. Die Legende erzählt, der Maler sei 1252 verzweifelt eingeschlafen, weil ihm das Gesicht der Madonna nicht gelingen wollte... und beim Aufwachen sei es fertig gewesen, gemalt von einem Engel.
Von da an kamen Pilger in Massen. Wer geheilt worden war, ließ als Dank ein Votivbild aufhängen, und bald hingen in der Kirche lebensgroße Figuren aus Wachs, mit echten Kleidern und echtem Haar, sogar Päpste und Fürsten. Bis ins 18. Jahrhundert soll es so voll gewesen sein, dass man die Figuren an Seilen unter die Decke hängen musste. Florentiner Brautpaare legen bis heute oft ihren Brautstrauß vor dem Wunderbild nieder.
Für unseren Spaziergang ist aber eine stille Kapelle wichtiger, die Cappella di San Luca. 1563 gründeten Giorgio Vasari und Großherzog Cosimo I. die Accademia delle Arti del Disegno, eine der ersten Kunstakademien Europas. Zu ihren Häuptern wählte man Cosimo und einen Mann, der damals schon in Rom lebte und fast neunzig war: Michelangelo. Diese Kapelle wurde die Grabstätte der Akademiemitglieder, und hier liegt unter anderen Benvenuto Cellini, der Schöpfer des Perseus.
Auch Giambologna ruht in dieser Kirche, in einer Kapelle hinter dem Chor, die er für sich selbst gestaltet hat. Draußen auf dem Platz reitet seine letzte große Bronze, Großherzog Ferdinando I., in Richtung Dom. Geh jetzt hinaus und nach links, zu dem Säulengang mit den himmelblauen Medaillons.