George Square: Walter Scotts Jugend
Why is it significant?
Du stehst an einem grünen Platz mit einer seltsamen Mischung ringsum: auf der einen Seite schlichte georgianische Stadthäuser aus hellem Sandstein, auf der anderen die Betonbauten der Universität aus den Sechzigerjahren. Genau dieser Kontrast ist die erste Geschichte unseres Spaziergangs.
Key Facts
| Place | George Square: Walter Scotts Jugend |
|---|---|
| Address | George Square, Southside, Edinburgh EH8, UK |
| Geo Coordinates | 55.94330, -3.18970 |
| Part of Walk | Edinburgh, Stadt der Literatur: Von Walter Scotts Kindheit bis zu Jekyll und Hyde |
| Generated | Generated |
Du stehst an einem grünen Platz mit einer seltsamen Mischung ringsum: auf der einen Seite schlichte georgianische Stadthäuser aus hellem Sandstein, auf der anderen die Betonbauten der Universität aus den Sechzigerjahren. Genau dieser Kontrast ist die erste Geschichte unseres Spaziergangs. Denn hinter einer dieser alten Haustüren, der Nummer 25 an der Westseite, wuchs der Junge auf, der Edinburgh zur Stadt der Literatur machen sollte: Walter Scott.
Der George Square wurde ab 1766 angelegt, noch bevor drüben im Norden die berühmte New Town Gestalt annahm. Der Bauunternehmer James Brown benannte ihn, so wird erzählt, nicht nach einem König, sondern nach seinem eigenen Bruder George. Wer es sich leisten konnte, floh damals aus den engen, stinkenden Gassen der Altstadt hierher, an den Rand der Wiesen. Auch Scotts Vater, ein Anwalt, zog 1774 mit der Familie her, wohl auch, weil in der alten Wohnung mehrere seiner Kinder gestorben waren.
Walter selbst hatte als Kleinkind eine schwere Krankheit überlebt, vermutlich Kinderlähmung, und behielt ein lahmes Bein. Zur Erholung schickte man ihn auf den Bauernhof der Großeltern in den Borders. Dort hörte er die alten Balladen von Grenzräubern, Fehden und Gespenstern... und genau diese Geschichten trug er später in jedes seiner Bücher. Hier am Platz las er alles, was er in die Finger bekam, studierte Jura und blieb, bis er 1797 heiratete.
Und gleich um die Ecke, in der Buccleuch Place, gründeten 1802 ein paar junge Juristen in einer kleinen Wohnung die Edinburgh Review. Ihre gnadenlosen Kritiken waren bald in ganz Europa gefürchtet, und ein Dichter, den sie verrissen, hatte es schwer. Plötzlich war diese Stadt am Rand des Kontinents der Ort, an dem entschieden wurde, was gute Literatur ist.
In den Sechzigerjahren riss die Universität trotz heftiger Proteste große Teile des Platzes ab... nur die Westseite blieb fast so, wie Scott sie kannte. Behalte das im Kopf: Edinburgh hat seine Häuser nicht immer gut behandelt, aber es hat nie aufgehört, seine Schriftsteller zu lesen. Geh jetzt nach Norden, über den Bristo Square, bis zur breiten Chambers Street, wo Scott geboren wurde.