George IV Bridge: National Library und Central Library

Why is it significant?

Links und rechts der Straße stehen sich zwei Bibliotheken gegenüber wie zwei alte Gelehrte, die seit Jahrzehnten miteinander diskutieren: auf der einen Seite die strenge, moderne Fassade der National Library of Scotland mit ihren Reliefs, auf der anderen die verspielte, verzierte Central Library.

Key Facts

PlaceGeorge IV Bridge: National Library und Central Library
AddressNational Library of Scotland, George IV Bridge, Edinburgh EH1 1EW, UK
Geo Coordinates55.94850, -3.19210
Part of WalkEdinburgh, Stadt der Literatur: Von Walter Scotts Kindheit bis zu Jekyll und Hyde
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Links und rechts der Straße stehen sich zwei Bibliotheken gegenüber wie zwei alte Gelehrte, die seit Jahrzehnten miteinander diskutieren: auf der einen Seite die strenge, moderne Fassade der National Library of Scotland mit ihren Reliefs, auf der anderen die verspielte, verzierte Central Library. Und du stehst auf einer Brücke, auch wenn du es kaum merkst.

Die George IV Bridge wurde in den 1830er Jahren über das tiefe Tal der Cowgate gebaut. Die Nationalbibliothek nutzt das aus: Unter deinen Füßen reichen ihre Magazine Stockwerk um Stockwerk hinab, beinahe bis auf die Höhe der alten Gasse darunter. Der Bau begann Ende der Dreißigerjahre, wurde vom Krieg unterbrochen und erst 1956 eröffnet.

Ihr Herz ist aber viel älter: die Bibliothek der Advocates, der Edinburgher Anwälte, gegründet 1689. Seit 1710 erhielt sie, wie Oxford und Cambridge, ein Exemplar jedes in Großbritannien gedruckten Buches. 1752 wurde David Hume ihr Bibliothekar, ein Philosoph, dem man wegen seines angeblichen Unglaubens die Professur verweigert hatte. Zwischen diesen Büchern schrieb er seine große Geschichte Englands, die ihn zu Lebzeiten berühmter machte als seine Philosophie. 1925 schenkten die Anwälte ihre Sammlung der Nation.

Die Nationalbibliothek besitzt auch einen Brief, der einem die Kehle zuschnürt: das letzte Schreiben Maria Stuarts, verfasst in den frühen Morgenstunden des 8. Februar 1587, wenige Stunden vor ihrer Hinrichtung. Sie schreibt an ihren Schwager, den König von Frankreich, und bittet ihn, für ihre Diener zu sorgen. Ganz ruhig. Fast höflich.

Gegenüber steht ein Geschenk von Andrew Carnegie, dem schottischen Auswanderer, der in Amerika mit Stahl reich wurde: die Central Library, 1890 eröffnet, Edinburghs erste große öffentliche Bibliothek für jedermann. Carnegie hatte als armer Junge in Amerika selbst keine Bücher kaufen können, bis ein Gönner seine Privatbibliothek für arbeitende Jungen öffnete, und das vergaß er nie. Über dem Eingang steht ein Motto: Let there be light. Gleich neben ihr zweigt die geschwungene Victoria Street ab. Lass dich von ihr hinunterziehen, bis ganz nach unten, wo sie in den West Bow übergeht.

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