Greyfriars Bobby und die Candlemaker Row

Why is it significant?

Schau auf den kleinen Brunnen an der Ecke: Oben sitzt ein Skye Terrier aus Bronze, struppig und aufmerksam, die Nase blank poliert von unzähligen Händen. Das ist Greyfriars Bobby, wahrscheinlich der berühmteste Hund Schottlands.

Key Facts

PlaceGreyfriars Bobby und die Candlemaker Row
AddressCandlemaker Row, Edinburgh EH1 2QQ, UK
Geo Coordinates55.94690, -3.19130
Part of WalkEdinburgh, Stadt der Literatur: Von Walter Scotts Kindheit bis zu Jekyll und Hyde
GeneratedGenerated

Open the walk

Schau auf den kleinen Brunnen an der Ecke: Oben sitzt ein Skye Terrier aus Bronze, struppig und aufmerksam, die Nase blank poliert von unzähligen Händen. Das ist Greyfriars Bobby, wahrscheinlich der berühmteste Hund Schottlands. Hinter dir führt ein Tor zum alten Friedhof von Greyfriars, und neben dir fällt die Candlemaker Row steil hinunter zur Grassmarket. Der Bildhauer der Figur hieß übrigens William Brodie... merk dir diesen Nachnamen, er begegnet dir heute noch einmal, in einer ganz anderen Rolle.

Die Geschichte geht so: 1858 starb John Gray, ein Nachtwächter der Edinburgher Polizei, und wurde auf dem Friedhof begraben. Sein Hund Bobby soll danach vierzehn Jahre lang bei seinem Grab geblieben sein, bei Wind und Regen, und nur zum Fressen in ein nahes Lokal gelaufen sein. Als 1867 eine Hundesteuer eingeführt wurde, drohte dem herrenlosen Tier das Ende. Da zahlte der Lord Provost die Lizenz und schenkte ihm ein Halsband... ja, genau, William Chambers, der Herr aus Bronze von eben.

Bobby starb 1872, und schon ein Jahr später ließ die reiche Philanthropin Angela Burdett-Coutts diesen Brunnen mit seiner Figur aufstellen. Zur Literatur wurde er erst später: 1912 erschien in Amerika ein Roman über ihn von Eleanor Atkinson, und 1961 machte Disney daraus einen Film. Ein Hund, eine Legende, ein Buch, ein Film... so funktioniert diese Stadt. Hier werden Geschichten zu Denkmälern und Denkmäler wieder zu Geschichten.

Allerdings sind manche Historiker skeptisch. Sie vermuten, dass Friedhofswärter und Wirte von der rührenden Erzählung gut lebten, und einer von ihnen hat sogar die These aufgestellt, der erste Bobby sei irgendwann heimlich durch einen jüngeren Hund ersetzt worden. Beweisen lässt sich das nicht. Und ganz ehrlich: Würdest du es überhaupt glauben wollen?

Noch eine Bitte: Reib ihm nicht die Nase. Das ständige Reiben trägt die Bronze ab, und die Stadt musste die Figur schon restaurieren lassen. Bobbys eigener kleiner Grabstein liegt übrigens gleich hinter dem Friedhofstor. Geh jetzt die George IV Bridge ein Stück nach Norden, dorthin, wo sich zwei große Bibliotheken gegenüberstehen.

Nearby stories