Westerkerk & Westertoren
Why is it significant?
Schau einmal nach oben zur leuchtend blauen Kaiserkrone, die auf der Spitze dieses fünfundachtzig Meter hohen Turmes über den Grachten thront.
Key Facts
| Place | Westerkerk & Westertoren |
|---|---|
| Address | Prinsengracht 279, 1016 GW Amsterdam |
| Geo Coordinates | 52.37440, 4.88370 |
| Audio Duration | ~2 min |
| Part of Walk | Jordaan Rundgang: Versteckte Höfe, Grachten und Rebellengeist |
| Generated | Generated |
Schau einmal nach oben zur leuchtend blauen Kaiserkrone, die auf der Spitze dieses fünfundachtzig Meter hohen Turmes über den Grachten thront. Du stehst vor der Westerkerk, der größten protestantischen Kirche Amsterdams, die zwischen sechzehnhundertzwanzig und sechzehnhunderteinunddreißig nach Entwürfen des berühmten Renaissance-Baumeisters Hendrick de Keyser errichtet wurde. Als de Keyser kurz nach Baubeginn verstarb, vollendete sein Sohn Pieter dieses Meisterwerk bürgerlicher Baukunst. Der Westertoren ist der höchste Kirchturm der Stadt und gilt den Einheimischen liebevoll als Oude Wester. Die markante Kaiserkrone auf der Turmspitze erinnert an Kaiser Maximilian den Ersten von Österreich. Im Jahr vierzehnhundertneunundachtzig verlieh der habsburgische Monarch der Handelsmetropole Amsterdam das kaiserliche Kronenprivileg, als Dank für enorme Kredite, die die reichen Kaufleute dem Hof für seine Feldzüge gewährt hatten. Doch hinter den mächtigen Backsteinmauern verbirgt sich ein dunkles Geheimnis um den berühmtesten Maler des Goldenen Zeitalters. Im Oktober sechzehnhundertneunundsechzig wurde Rembrandt van Rijn in dieser Kirche zur letzten Ruhe gebettet. Der Meister war völlig verarmt, verschuldet und von der wohlhabenden Gesellschaft vergessen gestorben, nachdem er zuvor sogar das Grab seiner geliebten Frau Saskia in der Oude Kerk hatte verkaufen müssen. Da seine Familie kein Geld für eine dauerhafte Gruft besaß, wurde Rembrandt in einem gemieteten Armengrab im Kirchenboden beigesetzt. Nach zwanzig Jahren lief die Mietfrist ab; die Totengräber räumten das Grab nach damaliger Vorschrift aus und schütteten die Gebeine in ein anonymes Massengrab. Niemand weiß heute, wo Rembrandts sterbliche Überreste geblieben sind; lediglich eine schlichte Gedenktafel aus dem zwanzigsten Jahrhundert erinnert an sein tragisches Schicksal. Für ein anderes weltberühmtes Schicksal spendete diese Kirche unschätzbaren Trost: Anne Frank beschrieb in ihrem Tagebuch, wie der regelmäßige Schlag des Glockenspiels mit seinen einundfünfzig Bronzeglocken sie während der langen Monate im benachbarten Hinterhaus begleitete und ihr das Gefühl von Zeit und Hoffnung in der erdrückenden Stille des Verstecks zurückgab.