Rozengracht & De Drie Hendricken

Why is it significant?

Sieh dir dieses markante Gebäude mit den drei steilen Treppengiebeln und den leuchtend roten Fensterläden an, das an der Ecke zur Bloemstraat steht.

Key Facts

PlaceRozengracht & De Drie Hendricken
AddressRozengracht 169, 1016 LZ Amsterdam
Geo Coordinates52.37190, 4.87970
Part of WalkJordaan Rundgang: Versteckte Höfe, Grachten und Rebellengeist
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Sieh dir dieses markante Gebäude mit den drei steilen Treppengiebeln und den leuchtend roten Fensterläden an, das an der Ecke zur Bloemstraat steht. Das Doppelhaus De Drie Hendricken wurde um sechzehnhundertfünfundzwanzig errichtet und ist eines der besterhaltenen Kaufmanns- und Handwerkerhäuser des Goldenen Zeitalters, mit seiner aufwendigen Ziegelfassade und horizontalen Sandsteinbändern. Die massiven Eichenpfähle, auf denen das Fundament ruht, wurden über zwölf Meter tief in den morastigen Amsterdamer Moorboden gerammt.

Die Rozengracht selbst, auf der heute moderne Straßenbahnen verkehren, war ursprünglich eine der breitesten und wichtigsten Wasserstraßen des Jordaan. Der Name des Viertels leitet sich vermutlich vom französischen Wort für Garten ab, weshalb die meisten Kanäle und Gassen nach Blumen benannt wurden: Rosen, Nelken, Lilien und Tulpen. Hier siedelten sich damals tausende Einwanderer, Textilarbeiter und hugenottische Glaubensflüchtlinge an.

Warum wurde aus diesem ehemals lebendigen Kanal eine gepflasterte Verkehrsstraße? Im neunzehnten Jahrhundert wuchs die Bevölkerung des Jordaan explosionsartig an; unzählige arme Familien lebten unter unhaltbaren hygienischen Bedingungen in feuchten Kellerwohnungen. Die Gracht verwandelte sich in eine stinkende Kloake voller Müll und Abwässer, die verheerende Cholera-Ausbrüche schürte. Im Jahr achtzehnhundertneunundachtzig fasste der Stadtrat schließlich den Entschluss, die Gracht komplett mit Sand und Schutt zuzuschütten.

An dieser Straße verbrachte Rembrandt van Rijn das letzte, tragische Jahrzehnt seines Daseins. Nachdem er wegen drückender Schulden sein prächtiges Haus in der Jodenbreestraat zwangsversteigern lassen musste, zog er mit seiner Lebensgefährtin Hendrickje Stoffels und Sohn Titus in eine bescheidene Wohnung an der Rozengracht, wo er bis zu seinem Tod im Oktober sechzehnhundertneunundsechzig einige seiner tiefgründigsten Porträts schuf.

Achte auf die kunstvollen Reliefsteine, die Gevelstenen, an den alten Fassaden: Da viele Arbeiter im siebzehnten Jahrhundert Analphabeten waren und es noch keine Hausnummern gab, zeigten diese Bildsteine Symbole des Handwerks und dienten Postboten und Nachbarn als verlässliche Hausadresse.

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