Rosenstraße: Der Protest der Frauen 1943

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Vor dir, in einem kleinen Park zwischen Plattenbauten, drängen sich Frauen aus rötlichem Stein, die Köpfe gesenkt, manche mit erhobenen Händen, eine hält sich das Gesicht. Ein Block aus Stein, gemacht aus Trauer, Wut und Ausdauer. Er heißt genau so: Block der Frauen. Am 27.

Key Facts

PlaceRosenstraße: Der Protest der Frauen 1943
AddressRosenstraße, 10178 Berlin, Germany
Geo Coordinates52.52110, 13.40510
Part of WalkScheunenviertel und jüdisches Berlin: Von der Grenadierstraße zur goldenen Kuppel
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Vor dir, in einem kleinen Park zwischen Plattenbauten, drängen sich Frauen aus rötlichem Stein, die Köpfe gesenkt, manche mit erhobenen Händen, eine hält sich das Gesicht. Ein Block aus Stein, gemacht aus Trauer, Wut und Ausdauer. Er heißt genau so: Block der Frauen.

Am 27. Februar 1943 holte die Gestapo die letzten Jüdinnen und Juden, die in Berlin noch Zwangsarbeit leisteten, direkt aus den Fabriken. Die Aktion zielte auf ihre Deportation, und tatsächlich wurden in diesen Tagen Tausende Berliner Jüdinnen und Juden verhaftet und die meisten von ihnen nach Auschwitz verschleppt. Männer, die mit nichtjüdischen Frauen verheiratet waren, brachte man hierher, in ein Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde in der Rosenstraße. Bis dahin hatten diese Ehen sie geschützt... jetzt sah es nach dem Ende aus.

Dann kamen die Frauen. Erst einzelne, die nach ihren Männern fragten, dann Dutzende, schließlich Hunderte, tagelang, in der Februarkälte. Sie riefen, sie warteten, sie gingen nicht weg, auch nicht, als man ihnen drohte. Mitten in der Hauptstadt des Regimes, ein paar Straßen vom Alexanderplatz entfernt. Anfang März wurden die meisten Gefangenen entlassen. Sogar rund zwei Dutzend Männer, die man schon nach Auschwitz verschleppt hatte, kamen zurück nach Berlin.

Ob der Protest die Männer gerettet hat, darüber streiten Historiker bis heute. Manche sagen, das Regime habe diese Gruppe damals ohnehin noch nicht deportieren wollen. Andere halten dagegen, dass die Machthaber kurz nach Stalingrad keine Unruhe auf Berliner Straßen riskieren wollten. Sicher ist nur: Hier standen Menschen öffentlich für ihre Familien ein, und sie waren damit fast allein. Die Bildhauerin Ingeborg Hunzinger hat ihnen 1995 dieses Denkmal gesetzt, Margarethe von Trotta 2003 einen Spielfilm.

Fast vergessen ist, dass gleich um die Ecke, in der Heidereutergasse, die älteste Synagoge Berlins stand, eingeweiht 1714. Von ihr ist nichts geblieben außer einer Gedenktafel und dem Wissen, dass hier über zwei Jahrhunderte gebetet wurde. Geh jetzt zurück unter dem S-Bahn-Bogen hindurch und die Rosenthaler Straße hinauf. Neben den berühmten, blitzsauberen Hackeschen Höfen öffnet sich ein Hof, der ganz anders aussieht: bröckelnd, bunt und besprüht.

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