Sowjetisches Ehrenmal im Tiergarten
Why is it significant?
Ja, da stehen sie wirklich: zwei sowjetische Panzer vom Typ T-34 auf hohen Sockeln, daneben zwei schwere Geschütze, und dahinter, auf einer geschwungenen Säulenhalle aus Stein, ein Rotarmist aus Bronze, das Gewehr über der Schulter, mehrere Meter hoch.
Key Facts
| Place | Sowjetisches Ehrenmal im Tiergarten |
|---|---|
| Address | Straße des 17. Juni, 10557 Berlin, Germany |
| Geo Coordinates | 52.51670, 13.37190 |
| Part of Walk | Kuppel, Kanzlerwaschmaschine und Goldelse: Berlins Regierungsviertel und der Tiergarten |
| Generated | Generated |
Ja, da stehen sie wirklich: zwei sowjetische Panzer vom Typ T-34 auf hohen Sockeln, daneben zwei schwere Geschütze, und dahinter, auf einer geschwungenen Säulenhalle aus Stein, ein Rotarmist aus Bronze, das Gewehr über der Schulter, mehrere Meter hoch. Rundherum joggen Leute, Busse fahren vorbei, und die Panzer schauen auf die Straße des 17. Juni.
Das Ehrenmal wurde schon im November 1945 eingeweiht, ein gutes halbes Jahr nach Kriegsende, als ringsum noch die Ruinen rauchten. Hinter der Säulenhalle liegen mehr als zweitausend sowjetische Soldaten begraben, gefallen in der Schlacht um Berlin im April und Mai 1945. Der Krieg, den Deutschland angefangen hatte, kostete die Sowjetunion insgesamt rund 27 Millionen Menschenleben. Wer hier steht, sollte diese Zahl einen Moment aushalten, bevor er das nächste Selfie macht.
Und jetzt das Paradox: Dieses Ehrenmal steht im Westen. Die Rote Armee hatte den Platz ausgesucht, als ganz Berlin noch unter ihrer Kontrolle stand, und als die Stadt in Sektoren aufgeteilt war, lag es plötzlich im britischen Sektor. Die Sowjets behielten das Recht, es zu bewachen. Also zogen mitten im Kalten Krieg sowjetische Wachsoldaten durch West-Berlin hierher auf Posten. Und weil das nicht allen gefiel, mussten britische Soldaten die sowjetischen Wachen schützen. 1970 schoss ein junger Rechtsextremist auf einen der Posten und verletzte ihn, danach wurde das Gelände noch stärker abgesichert.
Bleib noch einen Moment bei dem Stein der Säulenhalle. Seit Jahrzehnten erzählt man sich in Berlin, der Marmor stamme aus den Trümmern von Hitlers Neuer Reichskanzlei, nicht weit von hier. Ob das stimmt, ist nicht sauber belegt. Aber die Geschichte ist zu gut, als dass die Stadt sie aufgeben würde: der Stein des Besiegten als Grabmal der Sieger.
Seit der Wiedervereinigung hat sich Deutschland vertraglich verpflichtet, die sowjetischen Kriegsgräber zu pflegen, und das Land Berlin kümmert sich um das Ehrenmal. Rund um den 8. und 9. Mai liegen hier Kränze und Blumen, und seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 sind diese Tage hier oft angespannt. Geh jetzt die Straße des 17. Juni ein Stück Richtung Brandenburger Tor und biege kurz davor links in den Simsonweg, Richtung Reichstag. Hinter einer gläsernen Wand wird es ganz still.