MACBA und CCCB: Skater, Kunst und ein Armenhaus

Why is it significant?

Hör erst einmal hin, bevor du schaust: dieses Klacken und Rollen, das Krachen von Holz auf Stein. Vor dir liegt ein riesiger, gleißend weißer Bau mit Glasfassade, und auf dem Platz davor üben Skater aus halb Europa ihre Sprünge. Das ist das MACBA, das Museu d'Art Contemporani de Barcelona.

Key Facts

PlaceMACBA und CCCB: Skater, Kunst und ein Armenhaus
AddressPlaça dels Àngels 1, 08001 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.38320, 2.16660
Part of WalkRambla und Raval: Barcelonas wilde Seite zwischen Boqueria, Liceu und Sant Pau del Camp
GeneratedGenerated

Open the walk

Hör erst einmal hin, bevor du schaust: dieses Klacken und Rollen, das Krachen von Holz auf Stein. Vor dir liegt ein riesiger, gleißend weißer Bau mit Glasfassade, und auf dem Platz davor üben Skater aus halb Europa ihre Sprünge. Das ist das MACBA, das Museu d'Art Contemporani de Barcelona.

Entworfen hat es der amerikanische Architekt Richard Meier, eröffnet wurde es 1995. Ein strahlend weißes Museum mitten im Raval, damals ein Viertel mit bröckelnden Fassaden, Drogen und Armut... das war eine Kampfansage. Die Stadt setzte darauf, dass Kultur ein Viertel heilen kann, und riss dafür ganze Häuserzeilen ab, um Licht und Luft in das Gassengewirr zu bringen.

Die Skater haben das Gebäude allerdings auf ihre Weise erobert. Die glatten Flächen, Stufen und Kanten der Plaça dels Àngels haben sich zu einem der berühmtesten Skate-Spots der Welt entwickelt. Videos von hier gingen um den Globus, und manche Besucher kommen nur wegen des Platzes, nicht wegen der Kunst.

Dreh dich nun um und schau hinter das Museum. Dort steht ein strenger alter Bau um einen Innenhof: die frühere Casa de la Caritat, das Armenhaus der Stadt, in dem ab dem frühen 19. Jahrhundert Waisen, Alte und Mittellose lebten. Heute ist es das CCCB, das Centre de Cultura Contemporània, eröffnet 1994. Die Architekten Albert Viaplana und Helio Piñón setzten einen gläsernen Flügel hinein, dessen oberste Kante sich nach vorne neigt. Darin spiegelt sich die ganze Stadt, bis hinunter zum Meer... ein Fenster für ein Haus, aus dem früher kaum jemand herausblicken durfte.

Raval kommt übrigens vom arabischen rabad, Vorstadt. Was draußen vor der Mauer lag, war nie vornehm: erst Klöster und Spitäler, dann im 19. Jahrhundert die ersten Textilfabriken Kataloniens und Tausende Arbeiterfamilien in dunklen Hinterhöfen. Folge jetzt dem Carrer dels Àngels und dann dem Carrer del Carme nach rechts bis zu einer kleinen Kreuzung mit einem Brunnen, auf dem eine junge Heilige steht.

Nearby stories