Mercat de la Llibertat: Eisen, Wappen und ein Architekt ohne Diplom
Why is it significant?
Ein luftiges Gerippe aus grün gestrichenem Eisen, Glas und Ziegeln, mit geschwungenen Trägern und runden Wappen an den Giebeln. Drinnen stapeln sich Tomaten, Oliven, Fisch auf Eis und Würste, und die Händler rufen sich über die Gänge hinweg Witze zu.
Key Facts
| Place | Mercat de la Llibertat: Eisen, Wappen und ein Architekt ohne Diplom |
|---|---|
| Address | Plaça de la Llibertat 27, 08012 Barcelona, Spain |
| Geo Coordinates | 41.39990, 2.15350 |
| Part of Walk | Gràcia in Barcelona: Plätze, Märkte, Casa Vicens und der Park Güell |
| Generated | Generated |
Ein luftiges Gerippe aus grün gestrichenem Eisen, Glas und Ziegeln, mit geschwungenen Trägern und runden Wappen an den Giebeln. Drinnen stapeln sich Tomaten, Oliven, Fisch auf Eis und Würste, und die Händler rufen sich über die Gänge hinweg Witze zu. Das ist der Mercat de la Llibertat, der Markt der Freiheit, und er ist seit über hundert Jahren das Wohnzimmer dieses Viertels.
Der Name ist kein Zufall. Gràcia war im 19. Jahrhundert ein Dorf von Handwerkern, Arbeitern und überzeugten Republikanern, und das sieht man bis heute an den Straßenschildern: Llibertat, Progrés, Fraternitat. Freiheit, Fortschritt, Brüderlichkeit, mitten in einem katholischen Land. Die Leute hier haben ihre Ideale buchstäblich an die Hauswände geschrieben.
Die heutige Halle wurde 1893 eröffnet, und hinter ihr steckt eine schöne Ungerechtigkeit. Entworfen hat sie Francesc Berenguer, ein begnadeter Baumeister und Gaudís treuester Mitarbeiter. Nur hatte Berenguer nie ein Architekturdiplom gemacht. Also durfte er seine eigenen Pläne nicht unterschreiben, und offiziell stand der Name eines anderen, des Stadtarchitekten Miquel Pascual i Tintorer, auf den Dokumenten. Schau dir die Wappen von Gràcia an den Giebeln an: Berenguer hat sie liebevoll eingefügt, als wollte er seine Heimat signieren, wenn er schon den Plan nicht signieren durfte.
Märkte wie dieser waren damals ein Zeichen des Fortschritts. Statt unter freiem Himmel im Staub zu verkaufen, bekamen die Händler ein Dach, Wasser und Ordnung, und die Stadtväter konnten zeigen, wie modern ihr Dorf war. Später wurde die Halle mehrfach renoviert, aber das Eisenskelett blieb, und die Familien, die hier Stände führen, kennen ihre Kunden oft schon in der zweiten oder dritten Generation.
Wenn du Hunger hast, ist jetzt ein guter Moment für eine Handvoll Oliven oder ein Stück Käse. Danach geh nach Norden, die Gran de Gràcia hinauf, und bieg links in die Carrer de les Carolines. Dort wartet ein Haus voller gelber Blumen, das erste Haus eines jungen Architekten namens Antoni Gaudí.