Mirador de Colom: Der Seefahrer, der in die falsche Richtung zeigt
Why is it significant?
Leg den Kopf in den Nacken: Ganz oben auf einer gusseisernen Säule, umgeben von geflügelten Figuren und Löwen, steht Christoph Kolumbus und streckt den Arm weit aufs Meer hinaus.
Key Facts
| Place | Mirador de Colom: Der Seefahrer, der in die falsche Richtung zeigt |
|---|---|
| Address | Plaça del Portal de la Pau, 08001 Barcelona, Spain |
| Geo Coordinates | 41.37580, 2.17780 |
| Audio Duration | ~3 min |
| Part of Walk | Barceloneta und Port Vell: Barcelonas Hafen, Fischerviertel und Strand zum Schmecken |
| Generated | Generated |
Leg den Kopf in den Nacken: Ganz oben auf einer gusseisernen Säule, umgeben von geflügelten Figuren und Löwen, steht Christoph Kolumbus und streckt den Arm weit aufs Meer hinaus. Das ist der Mirador de Colom, und von hier aus gehen wir dem Wasser nach, und dem, was das Wasser auf die Teller Barcelonas gebracht hat. Errichtet wurde die Säule für die Weltausstellung von 1888, nach Plänen des Architekten Gaietà Buïgas, rund sechzig Meter hoch. Im Inneren fährt ein enger Aufzug bis in die Kugel unter Kolumbus' Füßen, von wo du über den ganzen Hafen schaust. Warum Kolumbus, ausgerechnet in Barcelona? Weil er im Frühjahr 1493, nach seiner ersten Reise, hier von den Katholischen Königen empfangen wurde und ihnen Papageien, Gold und Menschen aus der Neuen Welt vorführte. Jetzt achte auf seinen Finger. Er zeigt stolz übers Meer... nur leider nicht nach Amerika. Amerika liegt im Westen, Kolumbus aber deutet ungefähr nach Südosten, Richtung Mittelmeer. Es gibt viele Erklärungen, die nettere lautet, er zeige in Richtung seiner angeblichen Heimat. Die ehrlichere: Der Platz und die Säule ließen sich einfach nicht anders ausrichten. Über seine Herkunft streiten sich ohnehin ganze Bibliotheken: Die Forschung sagt Genua, und doch schwören manche Katalanen bis heute, er sei einer von ihnen gewesen. Für unseren Spaziergang ist er trotzdem der perfekte Startpunkt, denn die Fahrten über den Atlantik haben die Küche Barcelonas für immer verändert. Ohne sie gäbe es keine Kartoffel, keine Paprika, keine Schokolade... und vor allem keine Tomate. Und ohne Tomate gäbe es kein pa amb tomàquet, das geröstete Brot, über das die Katalanen eine halbe reife Tomate reiben, Olivenöl und Salz darauf. Es kam erst Jahrhunderte später auf, aber es ist heute so katalanisch wie die Sardana. Rund um die Säule führten früher Hafenmauern und Zollhäuser, und der Platz heißt bis heute Portal de la Pau, Tor des Friedens. Die Bronzelöwen am Sockel sind bei Kindern als Klettergerüst heiß begehrt. Dreh Kolumbus jetzt den Rücken zu, nicht übel nehmen, und geh links am Wasser entlang auf die breite Hafenpromenade, bis du einen hölzernen Steg siehst, der sich über das Hafenbecken schwingt.