Palau Güell: Gaudís dunkler Stadtpalast

Why is it significant?

Vor dir, in einer schmalen, etwas schmuddeligen Gasse, steht eine strenge graue Fassade mit zwei großen Toren in Form von Parabeln, dazwischen ein schmiedeeisernes Wappen mit einem Adler. Das ist der Palau Güell, einer der ersten großen Bauten von Antoni Gaudí.

Key Facts

PlacePalau Güell: Gaudís dunkler Stadtpalast
AddressCarrer Nou de la Rambla 3-5, 08001 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.37880, 2.17420
Part of WalkRambla und Raval: Barcelonas wilde Seite zwischen Boqueria, Liceu und Sant Pau del Camp
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Vor dir, in einer schmalen, etwas schmuddeligen Gasse, steht eine strenge graue Fassade mit zwei großen Toren in Form von Parabeln, dazwischen ein schmiedeeisernes Wappen mit einem Adler. Das ist der Palau Güell, einer der ersten großen Bauten von Antoni Gaudí.

Sein Bauherr war Eusebi Güell, Textilindustrieller, Mäzen und Gaudís lebenslanger Förderer. Die Familie wohnte eigentlich an der Rambla, wollte aber ein repräsentatives Haus dazu. Und so baute Gaudí zwischen 1886 und 1888 einen Palast in eine Gasse, die damals schon keinen guten Ruf hatte. Warum hier? Wahrscheinlich, weil das Grundstück an das Haus der Familie grenzte... und weil Güell sich nicht darum scherte, was die feine Gesellschaft dachte. Er ließ Gaudí freie Hand, auch beim Geld. Erzählt wird, sein Buchhalter habe sich entsetzt über die Rechnungen beschwert... und Güell habe nur gefragt, ob das wirklich alles sei, was Gaudí ausgegeben habe.

Durch die großen Tore fuhren die Kutschen direkt ins Haus. Im Keller lagen die Ställe, erreichbar über eine spiralförmige Rampe, damit die Pferde hinuntergehen konnten. Oben aber öffnet sich ein Saal, der durch drei Stockwerke reicht, gekrönt von einer Kuppel mit kleinen Löchern, durch die das Tageslicht fällt wie Sterne in einen Nachthimmel. Dort spielte man Orgel, hielt Konzerte und sogar Gottesdienste, mitten in einem Privathaus.

Das Dach ist der Moment, in dem Gaudí zum ersten Mal richtig verspielt wird. Zwanzig Schornsteine und Lüftungstürme hat er dort oben aufgestellt, verkleidet mit Bruchstücken von Keramik und Glas. Diese Technik, trencadís, wird später zu seinem Markenzeichen, im Park Güell und anderswo. Hier oben probiert er sie zum ersten Mal in großem Stil aus.

Die Fassade selbst ist dagegen fast abweisend, wie eine Festung zur Straße. Seit 1984 gehört der Palast zum UNESCO-Welterbe. Und über ihm liegt bis heute der Geruch des Raval, Wäsche auf den Balkonen, Stimmen aus allen Sprachen der Welt. Folge dem Carrer Nou de la Rambla weiter stadtauswärts, dann rechts durch die Gassen, bis du auf eine breite, palmengesäumte Promenade stößt.

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