Fundació Joan Miró: Sterne, Vögel und ein Brunnen aus Quecksilber
Why is it significant?
Weiße Wände, Terrakottaböden, gebogene Oberlichter, die das Tageslicht wie mit großen Löffeln in die Säle schöpfen. Die Fundació Joan Miró sieht aus wie ein mediterranes Haus, das ein bisschen zu groß geraten ist, und genau das war die Idee.
Key Facts
| Place | Fundació Joan Miró: Sterne, Vögel und ein Brunnen aus Quecksilber |
|---|---|
| Address | Parc de Montjuïc s/n, 08038 Barcelona, Spain |
| Geo Coordinates | 41.36860, 2.16010 |
| Part of Walk | Montjuïc in Barcelona: Weltausstellung 1929, Barcelona-Pavillon und Olympia |
| Generated | Generated |
Weiße Wände, Terrakottaböden, gebogene Oberlichter, die das Tageslicht wie mit großen Löffeln in die Säle schöpfen. Die Fundació Joan Miró sieht aus wie ein mediterranes Haus, das ein bisschen zu groß geraten ist, und genau das war die Idee. Kein Tempel für Kunst, sondern ein Ort, an dem Licht, Garten und Bilder gemeinsam atmen.
Gebaut hat es Josep Lluís Sert, ein Architekt aus Barcelona, der viele Jahre in den USA lehrte und mit Miró eng befreundet war. Für ihn hatte Sert schon das große Atelier auf Mallorca entworfen. Eröffnet wurde die Stiftung 1975, wenige Monate vor Francos Tod. Miró wollte keinen Schrein für sich selbst, sondern einen Ort, an dem auch junge Künstler ausstellen und experimentieren können, und dieses Versprechen gilt bis heute.
Miró, 1893 in Barcelona geboren, hat diese Stadt nie losgelassen, und sie ihn auch nicht. Seine Sterne, Monde, Vögel und Frauen in Rot, Gelb, Blau und Schwarz findest du überall: auf dem großen Bodenmosaik mitten auf der Rambla, über das jeden Tag Tausende laufen, ohne es zu bemerken, und in der berühmten Sonne, die seit den Achtzigerjahren für Urlaub in Spanien wirbt. Hier oben aber kannst du verfolgen, wie aus einem jungen Maler einer wurde, der die Malerei neu buchstabierte.
In einem der Säle plätschert ein Kunstwerk, das gar nicht von Miró stammt und trotzdem perfekt hierher gehört: der Quecksilberbrunnen von Alexander Calder. Calder schuf ihn 1937 für den Pavillon der Spanischen Republik auf der Weltausstellung in Paris, mitten im Bürgerkrieg, als Erinnerung an die umkämpften Quecksilberminen von Almadén. Im selben Pavillon hing zum ersten Mal Picassos Guernica, und auch Miró malte dafür ein riesiges Wandbild, das später verloren ging. Und der Architekt jenes Pavillons hieß... Josep Lluís Sert.
Zwei Weltausstellungen, Barcelona 1929 und Paris 1937, und beide Fäden laufen auf diesem Berg zusammen. Wenn du Zeit hast, geh auf die Dachterrasse mit den Skulpturen und den Blick über die Stadt. Danach geht es weiter, die Straße entlang nach Osten zu einem schattigen Garten, in dem es früher laut, bunt und sehr fröhlich zuging.