Castell de Montjuïc: Festung, Gefängnis, Ort der Erinnerung

Why is it significant?

Über eine Brücke, durch ein schweres Tor, und schon stehst du auf den Mauern einer sternförmigen Festung ganz oben auf dem Montjuïc. Unter dir der Hafen mit seinen Kränen und Containerschiffen, dahinter das offene Meer, und auf der anderen Seite die ganze Stadt, ausgebreitet bis zum Tibidabo.

Key Facts

PlaceCastell de Montjuïc: Festung, Gefängnis, Ort der Erinnerung
AddressCarretera de Montjuïc 66, 08038 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.36340, 2.16610
Part of WalkMontjuïc in Barcelona: Weltausstellung 1929, Barcelona-Pavillon und Olympia
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Über eine Brücke, durch ein schweres Tor, und schon stehst du auf den Mauern einer sternförmigen Festung ganz oben auf dem Montjuïc. Unter dir der Hafen mit seinen Kränen und Containerschiffen, dahinter das offene Meer, und auf der anderen Seite die ganze Stadt, ausgebreitet bis zum Tibidabo. Ein wunderschöner Ort. Und einer mit einer schweren Geschichte.

Die erste Befestigung entstand 1640, während des Aufstands der Schnitter, als sich Katalonien gegen die spanische Krone erhob. Was du heute siehst, stammt größtenteils aus dem 18. Jahrhundert. Die Kanonen hier oben schauten allerdings nicht nur aufs Meer hinaus, sondern auch auf die Stadt selbst. 1842 ließ General Espartero Barcelona von hier aus beschießen, um einen Aufstand niederzuschlagen. Für viele Menschen in der Stadt wurde die Festung so zum Sinnbild der Macht, die über ihnen thronte.

Im 19. und 20. Jahrhundert diente die Anlage immer wieder als Gefängnis, für Anarchisten, Gewerkschafter und politische Gegner ganz unterschiedlicher Regierungen. Der dunkelste Moment kam nach dem Bürgerkrieg. Lluís Companys, der Präsident der katalanischen Regierung, war 1939 nach Frankreich ins Exil gegangen. Im August 1940 wurde er im besetzten Frankreich von der Gestapo verhaftet und an das Franco-Regime ausgeliefert.

Nach einem Schnellverfahren vor einem Militärgericht wurde Companys am 15. Oktober 1940 hier im Festungsgraben von Santa Eulàlia erschossen. An der Stelle erinnert heute eine schlichte Gedenkstätte an ihn. Das Stadion, an dem du vorhin vorbeigekommen bist, trägt seit 2001 seinen Namen, und so tragen auf diesem Berg zwei Orte denselben Namen.

Erst 2007 übergab das Militär die Festung an die Stadt, und seitdem gehört sie den Menschen von Barcelona. Heute picknicken hier Familien, und am Abend schauen Paare auf die Lichter des Hafens. Du hast einen Berg erlebt, auf dem sich Barcelona immer wieder neu erfunden hat: als Weltausstellung, als Olympiastadt, als Garten, als Ort der Erinnerung. Hier oben endet dein Spaziergang... und wenn du magst, nimm die Seilbahn hinunter, mit der ganzen Stadt zu deinen Füßen.

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