Leidseplein: Stadsschouwburg und Café Américain
Why is it significant?
Straßenbahnen klingeln, Fahrräder schlängeln sich durch, irgendwo spielt jemand Gitarre... und vor dir thront ein mächtiger Bau aus rotem Backstein mit Rundbögen und einem breiten Balkon. Das ist die Stadsschouwburg, das Stadttheater am Leidseplein.
Key Facts
| Place | Leidseplein: Stadsschouwburg und Café Américain |
|---|---|
| Address | Leidseplein 26, 1017 PT Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.36430, 4.88220 |
| Audio Duration | ~3 min |
| Part of Walk | Amsterdam für Kunstliebhaber: Museumsviertel, Concertgebouw und Vondelpark |
| Generated | Generated |
Straßenbahnen klingeln, Fahrräder schlängeln sich durch, irgendwo spielt jemand Gitarre... und vor dir thront ein mächtiger Bau aus rotem Backstein mit Rundbögen und einem breiten Balkon. Das ist die Stadsschouwburg, das Stadttheater am Leidseplein. Schräg dahinter, an der Ecke zur Gracht, siehst du ein Hotel mit Türmchen und verspielten Fenstern. Willkommen am Tor zum Museumsviertel. Der Name verrät, was dieser Platz früher war: das Ende der Straße nach Leiden. Bis ins neunzehnte Jahrhundert stand hier ein Stadttor, die Leidsepoort, und davor stauten sich Bauernkarren, Pferde und Reisende. Man erzählt, dass Fuhrwerke draußen bleiben mussten und der Platz deshalb so etwas wie der Parkplatz der Stadt war. 1862 wurde das Tor abgerissen, und auf der Wiese dahinter begann Amsterdam, sich neu zu erfinden. In wenigen Jahrzehnten entstanden dort Theater, Museen, ein Konzertsaal und ein Park, ein ganzes Viertel nur für die Kultur. Das Theater, das du siehst, ist schon das dritte an dieser Stelle. Seine hölzernen Vorgänger gingen in Flammen auf, der heutige Bau wurde 1894 eröffnet. Ein Teil des geplanten Fassadenschmucks blieb aus Geldmangel weg, und die Amsterdamer lästerten über den kahlen Kasten. Heute lieben sie ihn, vor allem den Balkon: Wenn Ajax Meister wird, zeigen sich die Spieler genau dort oben mit dem Pokal, und unten tobt ein Meer aus Rot und Weiß. Und jetzt das Hotel. Das American Hotel wurde um 1900 neu gebaut, im Stil des Jugendstils, und 1902 öffnete im Erdgeschoss das Café Américain. Bleiverglaste Fenster, Wandbilder, schwere Lampen, ein Saal wie ein Wintergarten. Schauspieler kamen nach der Vorstellung herüber, Schriftsteller schrieben an den Tischen, und manche saßen einfach da, um gesehen zu werden. Seit über hundert Jahren ist es eines der schönsten Kaffeehäuser der Stadt. Merk dir dieses Gefühl von Bühne und Publikum, denn der ganze Spaziergang handelt davon: Kunst, Musik und die Frage, wer zuschaut. Gleich hinter dem Theater fließt die Singelgracht, die alte Grenze der Stadt. Geh ein paar Schritte nach Süden, bis sich zwischen den Häusern ein kleiner Platz mit einem riesigen Schachbrett öffnet.