Roemer Visscherstraat: Sieben Länder in sieben Häusern

Why is it significant?

Auf dieser ruhigen Wohnstraße wartet eine kleine Europareise auf dich, und sie dauert genau sieben Häuser. Rund um die Hausnummern 20 bis 30 stehen sieben Fassaden nebeneinander, und jede verkleidet sich als ein anderes Land. Geh langsam an ihnen entlang, als würdest du durch einen Katalog blättern.

Key Facts

PlaceRoemer Visscherstraat: Sieben Länder in sieben Häusern
AddressRoemer Visscherstraat 26, 1054 EZ Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.36160, 4.87730
Part of WalkAmsterdam für Kunstliebhaber: Museumsviertel, Concertgebouw und Vondelpark
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Auf dieser ruhigen Wohnstraße wartet eine kleine Europareise auf dich, und sie dauert genau sieben Häuser. Rund um die Hausnummern 20 bis 30 stehen sieben Fassaden nebeneinander, und jede verkleidet sich als ein anderes Land. Geh langsam an ihnen entlang, als würdest du durch einen Katalog blättern.

Gebaut wurde die Reihe 1894 vom Architekten Tjeerd Kuipers. Die Länder sind Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Russland, die Niederlande und England. Am leichtesten zu finden ist Russland: Es trägt eine kleine Zwiebelkuppel, als wäre ein Stück Moskau in den Amsterdamer Westen gefallen. Spanien zeigt maurisch angehauchte Bögen und gestreiftes Mauerwerk. Und die anderen? Die musst du selbst entlarven.

Natürlich ist auch ein deutsches Haus dabei. Such es ruhig und urteile selbst, ob ein niederländischer Architekt des neunzehnten Jahrhunderts den deutschen Geschmack getroffen hat. Solche Bauten waren damals Mode: Die Welt rückte durch Eisenbahn, Weltausstellungen und Zeitschriften zusammen, und wer es sich leisten konnte, wohnte gern ein bisschen exotisch. Man nennt diese Lust an Stilen aus fremden Ländern und vergangenen Zeiten Historismus, und diese Straße treibt sie auf die Spitze: sieben Stile auf wenigen Dutzend Metern. Ein Haus als Reiseandenken, nur dass man den Koffer nie packen musste.

Und wer war Roemer Visscher? Ein Kaufmann und Dichter des Goldenen Zeitalters, geboren 1547. Sein Haus in der Altstadt war ein literarischer Salon, in dem Maler, Gelehrte und Dichter ein und aus gingen. Seine Töchter Anna und Maria Tesselschade wurden selbst gefeierte Dichterinnen, und die Straße gleich nebenan trägt Tesselschades Namen. Zu den Gästen dieses Kreises gehörte auch ein junger Dichter, dem du gleich in Bronze begegnest.

Das ganze Viertel entstand Ende des neunzehnten Jahrhunderts für wohlhabende Familien, die am neuen Park wohnen wollten, weit weg vom Gestank der alten Grachten. Viele Häuser tragen bis heute verspielte Details, Türmchen, Erker und Giebel. Geh jetzt hinüber in den Vondelpark und dort ein kurzes Stück nach Westen. Zwischen den Bäumen thront ein Dichter auf einem hohen Sockel und schaut über seinen Park.

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