De Bazel: Die Festung der Handelsgesellschaft

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Vor dir erhebt sich ein riesiger Block aus Backstein und hellem Naturstein, mit gestreiften Bändern, schweren Pfeilern und einer Fassade, die eher an eine Festung oder einen Tempel erinnert als an ein Bürohaus. Die Amsterdamer nennen ihn einfach De Bazel, nach seinem Architekten.

Key Facts

PlaceDe Bazel: Die Festung der Handelsgesellschaft
AddressVijzelstraat 32, 1017 HL Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.36460, 4.89240
Part of WalkAmsterdams verborgene Winkel: Begijnhof, Spui und Blumenmarkt
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Vor dir erhebt sich ein riesiger Block aus Backstein und hellem Naturstein, mit gestreiften Bändern, schweren Pfeilern und einer Fassade, die eher an eine Festung oder einen Tempel erinnert als an ein Bürohaus. Die Amsterdamer nennen ihn einfach De Bazel, nach seinem Architekten.

Gebaut wurde er zwischen 1919 und 1926 für die Nederlandsche Handel-Maatschappij, die Niederländische Handelsgesellschaft. Sie war 1824 auf Betreiben von König Wilhelm dem Ersten gegründet worden und machte ihr Geschäft vor allem mit den Kolonien in Ostindien, mit Kaffee, Zucker und Tabak... aus derselben Welt also, die Multatuli in seinem Max Havelaar angeklagt hatte. Über Jahrzehnte verschiffte und verkaufte die Gesellschaft auch die Ernten des sogenannten Kultursystems, unter dem Bauern auf Java gezwungen wurden, Exportpflanzen für den Weltmarkt anzubauen. Der Bau sollte zeigen, wer in dieser Welt das Sagen hatte.

Karel de Bazel war ein eigenwilliger Mann, Theosoph und Mystiker, besessen von Maß und Zahl. Er entwarf das Gebäude nach einem strengen geometrischen Raster, bis in kleinste Details hinein. Die Fertigstellung erlebte er nicht mehr, er starb 1923, drei Jahre vor der Eröffnung. Innen wartet eine Welt aus farbigem Glas, Stein und Holz, feierlich wie eine Kathedrale des Handels.

Heute gehört das Gebäude der Stadt, und seit 2007 sitzt darin das Stadtarchiv Amsterdam, das Gedächtnis der Stadt. Kilometerweise lagern hier Akten, Karten, Fotos und Register, darunter Tauf-, Heirats- und Begräbnisbücher aus Jahrhunderten. Wer seine Vorfahren in Amsterdam sucht, landet früher oder später hier, und zwischen Bäckern und Matrosen tauchen in den Büchern auch Namen wie Rembrandt und Saskia auf.

Im Untergeschoss liegt der alte Tresorraum der Bank, mit schweren Stahltüren, in dem das Archiv heute besondere Stücke zeigt. Geld hat man hier früher eingeschlossen, heute schließt man Erinnerung ein. Geh nun die Herengracht ein kleines Stück nach Westen und dann nach rechts zum Singel, zum Blumenmarkt, wo die Stadt nach Erde und Tulpenzwiebeln riecht.

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