Jüdisches Museum: Vier Synagogen der Aschkenasim
Why is it significant?
Vor dir stehen mehrere Backsteinbauten, die zu einem einzigen Museum zusammengewachsen sind: die Große Synagoge von 1671 und daneben ihre jüngeren Schwestern, bis hin zur Neuen Synagoge von 1752 mit ihrer Kuppel und den hohen Säulen.
Key Facts
| Place | Jüdisches Museum: Vier Synagogen der Aschkenasim |
|---|---|
| Address | Nieuwe Amstelstraat 1, 1011 PL Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.36710, 4.90380 |
| Part of Walk | Amsterdams Jüdisches Viertel und die Plantage: Synagogen, Widerstand und Erinnerung |
| Generated | Generated |
Vor dir stehen mehrere Backsteinbauten, die zu einem einzigen Museum zusammengewachsen sind: die Große Synagoge von 1671 und daneben ihre jüngeren Schwestern, bis hin zur Neuen Synagoge von 1752 mit ihrer Kuppel und den hohen Säulen. Von außen kannst du noch erkennen, wie die Häuser einzeln gewachsen sind, eins nach dem anderen.
Hier beteten die Aschkenasim, die Juden aus Mittel- und Osteuropa. Viele kamen aus deutschen Ländern und aus Polen, sprachen Jiddisch und waren meist deutlich ärmer als die portugiesischen Juden auf der anderen Seite des Platzes. Die Portugiesen nannten sie mitunter etwas herablassend Tudescos, Deutsche, ganz gleich, ob sie aus Hamburg, Frankfurt oder Krakau kamen. Die beiden Gemeinden lebten Tür an Tür und doch in getrennten Welten, mit eigenen Synagogen, eigenen Friedhöfen, eigenen Melodien. Und die Große Synagoge war 1671 fertig, vier Jahre bevor die Portugiesen ihren Prachtbau einweihten.
Im Krieg wurden die Gemeinden zerschlagen und die Synagogen geplündert. Nach 1945 standen die Gebäude leer und beschädigt, und es gab keine Gemeinde mehr, die sie hätte füllen können. Jahrzehntelang verfielen sie. Erst 1987 zog das Jüdische Museum hier ein, das schon 1932 gegründet worden war und dessen Sammlung die Besatzer zu großen Teilen geraubt hatten. Manche Ritualgegenstände tauchten erst Jahre später wieder auf, in Depots, bei Händlern, auf Auktionen, viele aber nie.
Drinnen steht in der Großen Synagoge noch der marmorne Toraschrein, und bei Bauarbeiten kam ein altes rituelles Tauchbad ans Licht, eine Mikwe. Doch das Museum erzählt nicht nur vom Tod. Es erzählt vom Leben: von Diamantschleifern und Straßenhändlern, von Gemeinden auf dem Land, von Hochzeiten, Feiertagen und Familienrezepten, von Menschen, die Amsterdam mitgeprägt haben. Und es gibt ein eigenes Kindermuseum, in dem Kinder jüdischen Alltag mit allen Sinnen entdecken können.
Zusammen mit der Portugiesischen Synagoge und dem neuen Holocaust-Museum bildet das Museum heute das Jüdische Kulturviertel der Stadt. Geh jetzt hinüber zu dem mächtigen Backsteinbau mit den hohen Bogenfenstern, auf der anderen Seite des Jonas Daniël Meijerplein.