Galaktion-Tabidse-Straße und Palais der Seidenhändler Seilanow
Why is it significant?
Schlendern Sie entlang der Galaktion-Tabidse-Straße, die zur Zarenzeit als Ganis Kutscha bekannt war und als vornehmste Wohnadresse von Sololaki galt. Zwischen 1880 und 1910 erbaut, ließen sich hier die wohlhabendsten Industrie- und Bankmagnaten des Südkaukasus nieder.
Key Facts
| Place | Galaktion-Tabidse-Straße und Palais der Seidenhändler Seilanow |
|---|---|
| Address | Galaktion-Tabidse-Straße 18, 0105 Tiflis, Georgien |
| Geo Coordinates | 41.69050, 44.79850 |
| Part of Walk | Sololaki: Jugendstil-Palais und Mutter Georgien |
| Generated | Generated |
Schlendern Sie entlang der Galaktion-Tabidse-Straße, die zur Zarenzeit als Ganis Kutscha bekannt war und als vornehmste Wohnadresse von Sololaki galt. Zwischen 1880 und 1910 erbaut, ließen sich hier die wohlhabendsten Industrie- und Bankmagnaten des Südkaukasus nieder. Zu den herausragendsten Bauwerken zählt das dreistöckige Palais der Gebrüder Seilanow, führender Seidenindustrieller, deren Spinnereien im Schida-Kartli-Tal die Haute-Couture-Häuser von Paris und Wien belieferten.
Betrachten Sie die steinernen Reliefs über den Portalen und unter den Balkonkonsolen des Seilanow-Palais ganz genau. Versteckt im klassischen Akanthusblattwerk entdeckten aufmerksame Beobachter stilisierte Seidenspinnerfalter, Seidenraupenkokons und Maulbeerzweige als Verbeugung vor der Quelle des Familienvermögens. Die Fassaden der Straße zeigen einen atemberaubenden Stilmix aus Neorenaissance, Neobarock und Wiener Secession. Massive zweiflügelige Eichenholztüren mit Schnitzereien und kunstvolle gusseiserne Schutzgitter zeugen von herausragender Handwerkskunst. Die Fassaden spiegeln den Stolz und das Selbstbewusstsein der Tifliser Seidenbarone wider, die den Namen ihrer Heimatstadt in die Modewelt trugen.
Die Straße trägt den Namen von Galaktion Tabidse, dem bedeutendsten georgischen Lyriker der Moderne und einer tragischen Dichtergestalt des zwanzigsten Jahrhunderts. Tabidse wohnte jahrzehntelang in diesem Viertel und wanderte nachts unter den Gaslaternen umher, während er unsterbliche Gedichte auf Papierservietten skizzierte. Seine melancholischen Verse spiegelten die Zerrissenheit einer Epoche wider, in der Tiflis von einer kosmopolitischen Kaufmannsstadt zur sowjetischen Metropole umgeformt wurde. Die handgeschmiedeten Balkongitter zeigen feine Rankenmotive und Monogramme, die von einheimischen Kunstschmieden meisterhaft gefertigt wurden.
Blickt man durch offene Hauseingänge, erblickt man oft herrschaftliche Marmortreppenhäuser und mythologische Deckenfresken, die die Zeiten überdauert haben. Das Plätschern von Brunnen in den schattigen Hinterhöfen und der Duft von Glyzinien versetzen den Wanderer in das goldene Zeitalter von Tiflis. Die Tabidse-Straße ist ein Freilichtmuseum europäischer Architektur im Herzen des Südkaukasus. Ein Spaziergang durch diese vornehme Allee offenbart an jeder Ecke neue faszinierende architektonische Details aus der Belle Époque.
Biegen Sie nach Süden in die Lado-Assatiani-Straße zum märchenhaften Kalantarow-Palast ein.