Lado-Gudiaschwili-Platz und das Blaue Haus
Why is it significant?
Treten Sie auf das kopfsteingepflasterte Idyll des Lado-Gudiaschwili-Platzes, eines der romantischsten und atmosphärisch dichtesten historischen Ensembles von Tiflis.
Key Facts
| Place | Lado-Gudiaschwili-Platz und das Blaue Haus |
|---|---|
| Address | Gudiaschwili-Platz, 0105 Tiflis, Georgien |
| Geo Coordinates | 41.69120, 44.80250 |
| Part of Walk | Sololaki: Jugendstil-Palais und Mutter Georgien |
| Generated | Generated |
Treten Sie auf das kopfsteingepflasterte Idyll des Lado-Gudiaschwili-Platzes, eines der romantischsten und atmosphärisch dichtesten historischen Ensembles von Tiflis. Bereits im Mittelalter als Bedschan-Garten und später als Deutsches Viertel bekannt, entwickelte sich der Platz im neunzehnten Jahrhundert zum vornehmen Wohnviertel der Tifliser Oberschicht. An der Nordseite leuchtet das legendäre Blaue Haus, ein prachtvoller Adelssitz im klassizistischen Empire-Stil mit schneeweißen, spitzenartig geschnitzten Holzbalkonen, in dem einst der Stab der kaukasischen Armee residierte.
Alte Platanen spenden wohltuenden Schatten über dem runden Kopfsteinpflaster und den historischen gusseisernen Straßenlaternen. Die umliegenden Bürgerpalais vereinen europäischen Neobarock mit kunstvoller georgischer Holzarchitektur und filigranen schmiedeeisernen Geländern. An den Fassaden fallen geschwungene Erkerfenster und feine Stuckmedaillons auf, die von wohlhabenden Kaufmannsfamilien während des Kaukasischen Öl- und Seidenbooms in Auftrag gegeben wurden. Dieses Zusammenspiel aus Stein und kunstvoll verziertem Holz verleiht dem Platz seinen unverwechselbaren nostalgischen Charme. Die stuckierten Zierfriese an den Erkern zeigen mythologische Symbole und florale Girlanden, die vom Reichtum der Tifliser Kaufmannsdynastien zeugen.
In den literarischen Salons rund um diesen Platz verkehrten im neunzehnten Jahrhundert russische Geistesgrößen wie Alexander Gribojedow, Michail Lermontow und Alexander Puschkin. In den 1920er-Jahren war der Platz das kreative Epizentrum der georgischen Avantgarde-Gruppe der Blauen Hörner. Der visionäre Maler Lado Gudiaschwili, nach dem der Platz heute benannt ist, zeichnete hier in den Cafés skurrile Stadtoriginale, Troubadoure und schöne Frauen, deren Porträts Weltruhm erlangten. In den warmen Frühlingsmonaten blühen die Akazien und verströmen einen feinen, süßlichen Duft über den malerischen Platz.
Sonnenstrahlen tanzen durch das dichte Blattwerk der Platanen auf die alten Steine, während aus Straßencafés das Klappern von Kaffeetassen ertönt. Die zeitlose Poesie dieses Ortes lädt dazu ein, innezuhalten und das Flair einer glanzvollen Epoche tief auf sich wirken zu lassen. Der Gudiaschwili-Platz bildet den perfekten romantischen Auftakt zur Entdeckung der Belle-Époque-Paläste von Sololaki. Die entspannte Atmosphäre dieses Platzes lädt dazu ein, dem Treiben der Stadt zuzusehen und die historische Architektur zu genießen.
Gehen Sie nach Westen durch die Machabeli-Straße zum prächtigen Anwesen des Hauses der Schriftsteller.