Gedenkpark der deutschen Kolonisten und Peterskirche
Why is it significant?
Betreten Sie den stillen Gedenkpark der Kolonisten in der Tsinamgwrischwili-Straße, einen Ort tiefer historischer Erinnerung.
Key Facts
| Place | Gedenkpark der deutschen Kolonisten und Peterskirche |
|---|---|
| Address | Tsinamgwrischwili-Straße 84, 0102 Tiflis, Georgien |
| Geo Coordinates | 41.71180, 44.80180 |
| Part of Walk | Tschugureti: Neu-Tiflis, Trockene Brücke und Fabrika |
| Generated | Generated |
Betreten Sie den stillen Gedenkpark der Kolonisten in der Tsinamgwrischwili-Straße, einen Ort tiefer historischer Erinnerung. Von 1897 bis 1940 erhob sich genau an dieser Stelle die neugotische lutherische Kirche Sankt Peter und Paul, das geistliche Zentrum der schwäbischen Gemeinde von Alexandersdorf. Vom deutschen Architekten Leopold Bielfeld aus dunkelrotem Backstein erbaut, war ihr fünfundfünfzig Meter hoher spitzer Glockenturm ein weithin sichtbares Wahrzeichen beider Kuraufer und kündete vom protestantischen Glauben der Siedler.
Schauen Sie sich im ruhigen Park um, wo Gedenktafeln und Informationstafeln die Geschichte der schwäbischen Einwanderer in Georgien schildern. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs deportierte das sowjetische Regime im Herbst 1941 über zwanzigtausend Kaukasusdeutsche nach Sibirien und Kasachstan. Die prachtvolle neugotische Kirche wurde 1940 abgerissen, und der historische deutsche Friedhof wurde in der Nachkriegszeit in eine Parkanlage umgewandelt. Alte Bäume spenden heute wohltuenden Schatten über diesem Ort des Gedenkens. Die neugotischen Formen der Peterskirche waren ein sichtbarer Ausdruck des religiösen Selbstverständnisses der Siedler. Der schlanke Turmhelm ragte stolz über die Dächer des deutschen Viertels empor.
Trotz der tragischen Deportation bleibt das Erbe der deutschen Kolonisten im Städtebau, in der Handwerkskultur und im Weinbau Georgiens unvergessen. Sie bauten moderne Molkereien, pflanzten Musterobstgärten an und brachten meisterhafte Tischlerkunst in die Region. In den letzten Jahren besuchten Nachkommen der vertriebenen Familien diesen Park, pflanzten Gedenkbäume und hielten Andachten zum Gedenken an ihre Vorfahren ab. Die deutschen Familien bewahrten ihre schwäbischen Bräuche, Lieder und Handwerkstraditionen über viele Generationen hinweg.
Sonnenstrahlen brechen durch das dichte Laub der alten Bäume und hüllen die Bänke in sanftes Licht. Die stille Würde dieses Parks lädt dazu ein, über das wechselvolle Schicksal der Völker im Kaukasus nachzudenken. Der Park ist ein ergreifendes Denkmal der Versöhnung und der Bewahrung des gemeinsamen deutsch-georgischen Kulturerbes. Der heutige Gedenkpark mahnt zur Bewahrung der geschichtlichen Wahrheit und zum respektvollen Miteinander aller Kulturen.
Gehen Sie nach Süden durch die Mardschanischwili-Straße zur russisch-orthodoxen Alexander-Newski-Kirche.