Artsruni-Karawanserei und Historisches Museum Tiflis

Why is it significant?

Halten Sie an vor der monumentalen Fassade der Artsruni-Karawanserei, die vor Ort als Karwasla bekannt ist und die Sioni-Straße mit hanseatischer Kaufmannswürde prägt.

Key Facts

PlaceArtsruni-Karawanserei und Historisches Museum Tiflis
AddressSioni-Straße 8, 0105 Tiflis, Georgien
Geo Coordinates41.69280, 44.80580
Part of WalkAlt-Tiflis: Schwefelbäder von Abanotubani, Festung Narikala und Kala
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Halten Sie an vor der monumentalen Fassade der Artsruni-Karawanserei, die vor Ort als Karwasla bekannt ist und die Sioni-Straße mit hanseatischer Kaufmannswürde prägt. Erbaut im frühen neunzehnten Jahrhundert auf mittelalterlichen Fundamenten durch die wohlhabende armenische Adelsfamilie Artsruni, diente dieser dreistöckige Komplex als hochmodernes Handelshaus der Seidenstraße. Karawanen aus Täbris, Trapezunt und Baku zogen mit ihren schwer beladenen Kamelen direkt durch die hohen Rundbogentore in den gewaltigen Innenhof ein.

Treten Sie in den weitläufigen überdachten Hof, der von mehrstöckigen Galerien mit massiven Steinpfeilern und Ziegelgewölben gesäumt wird. Früher befanden sich im Erdgeschoss feuersichere Lagergewölbe für Gewürze, Rohseide und Edelmetalle, während die oberen Etagen Händlern als Herberge dienten. Heute beherbergt das Gebäude das Historische Museum von Tiflis mit über fünfzigtausend Exponaten, darunter archäologische Funde, historische Fotografien und detailgetreue Dioramen des alten Tiflis. Die monumentalen Dimensionen des Gebäudes spiegeln den enormen Reichtum wider, den der internationale Karawanenhandel nach Tiflis brachte.

Im Jahr 1850 schrieb diese Karawanserei Kulturgeschichte, als hier die erste professionelle Aufführung des modernen georgischen Theaters unter Leitung von Giorgi Eristawi stattfand. Die Aufführung seiner satirischen Komödie Die Klage begründete die moderne georgische Dramatik und entfachte eine nationale Kulturrenaissance. Das Publikum jubelte von allen Rängen des Handelshauses über die Wiedergeburt ihrer Muttersprache auf der Theaterbühne. In den kühlen Gewölbegängen wurden Verträge in einem Dutzend Sprachen besiegelt, während draußen die Lasttiere getränkt und versorgt wurden.

Beim Gang durch die ziegelgewölbten Korridore meint man fast noch das Stimmengewirr der Kaufleute und das Klappern der Hufeisen zu vernehmen. Die gelungene Umnutzung dieses kaufmännischen Denkmals zeigt beispielhaft, wie Tiflis sein reiches Erbe bewahrt und zugleich lebendig nutzt. Die Karwasla bleibt ein glänzendes Zeugnis kaukasischer Handelsarchitektur. Heute schlägt das Museum eine faszinierende Brücke zwischen der kaufmännischen Vergangenheit und der lebendigen Gegenwartskultur der georgischen Hauptstadt.

Schlendern Sie hinab zum Flussufer zur futuristischen Glaskonstruktion der Friedensbrücke.

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