Zwergerlgarten und Heckentheater

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Treten Sie auf die befestigte Bastion des Zwergerlgartens und blicken Sie in die verschmitzten Gesichter der grotesken Marmorskulpturen. Fürsterzbischof Franz Anton von Harrach ließ um das Jahr 1715 insgesamt achtundzwanzig dieser skurrilen Zwerge aus weißem Untersberger Marmor aufstellen.

Key Facts

PlaceZwergerlgarten und Heckentheater
AddressMirabellgarten Bastionsgarten, 5020 Salzburg, Austria
Geo Coordinates47.80420, 13.04120
Part of WalkMirabellgarten, Neustadt und Müllner Bräu: Fürstliche Lustgärten und Salzachkultur
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Treten Sie auf die befestigte Bastion des Zwergerlgartens und blicken Sie in die verschmitzten Gesichter der grotesken Marmorskulpturen. Fürsterzbischof Franz Anton von Harrach ließ um das Jahr 1715 insgesamt achtundzwanzig dieser skurrilen Zwerge aus weißem Untersberger Marmor aufstellen. Sie stellen historische Hofzwerge, Handwerker und Allegorien der zwölf Monate dar und bildeten ein beliebtes Gesprächsthema der fürstlichen Hofgesellschaft.

Im neunzehnten Jahrhundert empfand Kronprinz Ludwig von Bayern die bizarren Zwerge als unschicklich und ließ sie kurzerhand versteigern. Jahrelang waren die Statuen in privaten Gärten in ganz Mitteleuropa verstreut, bevor der Salzburger Stadtverein sie ab 1919 mühsam wieder aufspürte und zurückkaufte. Heute stehen siebzehn der ursprünglichen Zwergenfiguren wieder stolz an ihrem historischen Platz auf der Bastionsmauer.

Direkt neben dem Zwergerlgarten verbirgt sich das älteste erhaltene Heckentheater des deutschsprachigen Raumes, das zwischen 1704 und 1718 angelegt wurde. Aus dicht gewachsenen Hainbuchenhecken wurden kunstvolle Kulissen, Bühnengassen und Souffleurkästen exakt herausgeschnitten. Hier veranstalteten die Fürsterzbischöfe rauschende Theaterfeste, Ballette und Pantomimen vor geladenen adeligen Gästen aus ganz Europa. Die kunstvoll gearbeiteten Fassadendetails und historischen Mauerzüge ziehen Geschichtsinteressierte und Spaziergänger gleichermaßen in ihren Bann. Ein aufmerksamer Rundgang durch diese geschichtsträchtigen Gassen offenbart, wie meisterhaft Salzburgs reiches Erbe über Jahrhunderte bewahrt wurde. Besucher aus aller Welt schätzen die authentische Ausstrahlung und die geschichtsträchtige Aura dieses unverwechselbaren Bauwerks der Mozartstadt.

Die Akustik in diesem natürlichen Freilufttheater ist dank der dichten Laubwände erstaunlich klar und brillant. Bis heute finden hier in den lauen Sommermonaten Freiluftkonzerte und kleine Theateraufführungen im Rahmen der Salzburger Festspiele statt. Es ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Natur und Gartenbaukunst im Barock als lebendige Theaterarchitektur inszeniert wurden. Generationen von Salzburger Bürgern haben diesen besonderen Ort geprägt und seine faszinierende Geschichte lebendig an die nächste Generation weitergegeben. In den umliegenden Straßen und Gassen spürt man auf Schritt und Tritt die lebendige Verbindung von barocker Tradition und weltoffener Gegenwart.

Verlassen Sie die Bastion nach Osten und spazieren Sie durch das Tor an der Schwarzstraße zum Hauptgebäude des Mozarteums.

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