Santa Cecilia in Trastevere: Die Heilige im Marmor

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Geh durch das Tor in den stillen Vorhof mit seinem Garten und schau auf die große antike Marmorvase in der Mitte. Dahinter liegt die Kirche, ein wenig zurückgesetzt, als wolle sie nicht auffallen. Doch unter ihrem Hochaltar wartet eine der ergreifendsten Skulpturen Roms.

Key Facts

PlaceSanta Cecilia in Trastevere: Die Heilige im Marmor
AddressPiazza di Santa Cecilia 22, 00153 Roma RM, Italy
Geo Coordinates41.88760, 12.47590
Part of WalkTrastevere und das Ghetto: Roms Dorf jenseits des Tibers
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Geh durch das Tor in den stillen Vorhof mit seinem Garten und schau auf die große antike Marmorvase in der Mitte. Dahinter liegt die Kirche, ein wenig zurückgesetzt, als wolle sie nicht auffallen. Doch unter ihrem Hochaltar wartet eine der ergreifendsten Skulpturen Roms.

Cäcilia war, so berichtet die Legende, eine junge Römerin aus vornehmer Familie, die Christin wurde und hier, in ihrem eigenen Haus, das Martyrium erlitt. Man versuchte, sie im heißen Dampf ihres Bades zu ersticken, doch sie überlebte. Dann sollte ein Henker sie enthaupten. Er schlug dreimal zu, mehr erlaubte das Gesetz nicht, und konnte den Kopf nicht vom Körper trennen. Drei Tage lang lebte sie noch, betete und verschenkte ihren Besitz.

Im Jahr 1599 ließ ein Kardinal ihren Sarkophag öffnen. Zeugen berichteten, der Körper sei unversehrt gewesen, auf der Seite liegend, das Gesicht abgewandt. Der junge Bildhauer Stefano Maderno hat sie genau so in Marmor gelegt: eine schmale Gestalt, die Knie leicht angezogen, das Gesicht zum Boden gedreht, und am Hals siehst du den feinen Schnitt der Klinge. An der einen Hand sind drei Finger ausgestreckt, an der anderen einer. Viele lesen darin ein letztes stummes Bekenntnis: drei Personen, ein Gott.

Und warum ist sie die Schutzheilige der Musik? Wegen eines einzigen Satzes in ihrer Legende. Während bei ihrer Hochzeit die Instrumente spielten, sang sie in ihrem Herzen allein für Gott. Aus diesem Bild wurde mit den Jahrhunderten die Heilige an der Orgel. Nach ihr sind Chöre und Musikakademien in aller Welt benannt, auch die berühmte Accademia di Santa Cecilia hier in Rom.

Im Kloster der Nonnen nebenan verbirgt sich noch ein Schatz: ein großes Fresko des Jüngsten Gerichts von Pietro Cavallini, gemalt um 1290 und erst um 1900 wiederentdeckt. Seine Engel tragen Flügel in schillernden Farbverläufen, wie Gefieder im Gegenlicht. Verlass den Vorhof jetzt und geh durch die Gassen nach Norden, Richtung Tiberinsel, bis zu einem kleinen, schiefen Platz kurz vor dem Fluss.

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