Kubistische Häuser in der Elišky Krásnohorské
Why is it significant?
Mitten in der Josefstadt, zwischen glatten Gründerzeitfassaden, stehen plötzlich Häuser mit Zacken: Gesimse wie gefaltetes Papier, Fenster unter spitzen Giebeln, Wandflächen, die schräg ins Licht kippen. Du stehst vor den kubistischen Wohnhäusern in der Straße Elišky Krásnohorské.
Key Facts
| Place | Kubistische Häuser in der Elišky Krásnohorské |
|---|---|
| Address | Elišky Krásnohorské 123/10, 110 00 Praha 1, Czechia |
| Geo Coordinates | 50.09070, 14.41960 |
| Part of Walk | Prag zwischen Jugendstil und Kubismus: Kuppeln, Kristallhäuser und ein Café aus Prismen |
| Generated | Generated |
Mitten in der Josefstadt, zwischen glatten Gründerzeitfassaden, stehen plötzlich Häuser mit Zacken: Gesimse wie gefaltetes Papier, Fenster unter spitzen Giebeln, Wandflächen, die schräg ins Licht kippen. Du stehst vor den kubistischen Wohnhäusern in der Straße Elišky Krásnohorské.
Entworfen hat sie Otakar Novotný, ein Schüler von Jan Kotěra, also ein Enkelschüler Otto Wagners, wenn man so will. Gebaut wurden sie um 1920 für eine Wohnungsgenossenschaft von Lehrern. Das ist das Spannende: Während an der Pařížská reiche Bürger mit Stuck prahlten, bauten hier Lehrer gemeinsam ihre Wohnungen, und sie entschieden sich für die Avantgarde.
Tritt einen Schritt zurück und schau, wie die Fassade arbeitet. Die Kubisten wollten, dass eine Mauer nicht mehr flach und tot wirkt, sondern so, als würde eine Kraft von innen gegen sie drücken. Deshalb die Schrägen, die Kanten, die tiefen Schatten. Bei Sonne verändert sich das Haus von Stunde zu Stunde, weil jede Fläche das Licht anders fängt. Und bemerkenswert ist auch, wie gut sich diese radikalen Häuser in eine ganz normale Straßenzeile einfügen. Vergleiche sie mit den Häusern an der Pařížská, nur ein paar Schritte entfernt: Dort fließt das Ornament wie eine Pflanze über die Wand, hier wird die Wand selbst zum Ornament. Zwei Antworten auf die Frage, wie ein modernes Haus aussehen soll, im Abstand von kaum fünfzehn Jahren.
Die Straße selbst trägt den Namen von Eliška Krásnohorská, einer bemerkenswerten Frau. Sie schrieb die Libretti zu mehreren Opern von Bedřich Smetana, darunter Der Kuss. Und sie gründete 1890 in Prag das Mädchengymnasium Minerva, das erste Gymnasium für Mädchen in ganz Österreich-Ungarn. Eine Vorkämpferin der Bildung, in einer Straße mit Häusern für Lehrer, das passt ziemlich gut.
Übrigens: Der tschechische Kubismus war so eigen, dass Architekturhistoriker aus aller Welt nach Prag kommen, um ihn zu sehen. Anderswo gibt es ihn kaum. Jetzt geht es zum Fluss. Geh weiter Richtung Norden bis zum Ende der Pařížská. Dort spannt sich eine Brücke über die Moldau, die eine einzige Jugendstil-Skulptur ist.