Vrtba-Garten: Ein Barockberg hinter einem Hoftor

Why is it significant?

Vor dir in der Karmelitská öffnet sich ein Durchgang in einen Hof, und nichts verrät, was dahinter beginnt.

Key Facts

PlaceVrtba-Garten: Ein Barockberg hinter einem Hoftor
AddressKarmelitská 25, 118 00 Praha 1, Czechia
Geo Coordinates50.08650, 14.40250
Part of WalkPrag verborgen: Kleinseite, Kampa und der Garten der Botschaft
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Vor dir in der Karmelitská öffnet sich ein Durchgang in einen Hof, und nichts verrät, was dahinter beginnt. Geh ein paar Schritte hinein und heb den Blick: Treppen, Balustraden und Terrassen schieben sich Stufe um Stufe den Hang hinauf, und ganz oben wartet ein Blick über die roten Dächer der Kleinseite bis zum Veitsdom.

Der Vrtba-Garten entstand um 1720 für Graf Jan Josef von Vrtba, einen der höchsten Würdenträger im barocken Böhmen. Entworfen hat ihn der Prager Baumeister František Maxmilián Kaňka. Die steinernen Götter auf den Balustraden stammen aus der Werkstatt von Matthias Bernhard Braun, einem Bildhauer aus Tirol, dessen Figuren du in Prag an vielen Ecken begegnest, wenn du einmal auf seine bewegten, fast tanzenden Gewänder achtest. Braun ließ seine Figuren nicht steif dastehen, er zeigte sie in Bewegung, als wären sie mitten in einem Satz erstarrt.

Das eigentliche Kunststück ist der Platz. Der Hang ist steil, das Grundstück winzig, eingeklemmt zwischen Nachbarhäusern. Kaňka machte daraus eine Bühne: Jede Terrasse ist wie ein Rang im Theater, jede Treppe lenkt den Blick weiter nach oben, bis du plötzlich nicht mehr in einem Hinterhof stehst, sondern über der Stadt schwebst. Im Sommer duften unten die Beete, oben rauschen die Bäume des Petřín. Wer oben angekommen ist, versteht, warum barocke Adlige Gärten wie Theater bauten: Hier wurde nicht einfach spazieren gegangen, hier wurde gesehen und gesehen werden.

Das Palais vorn an der Straße hat eine dunklere Vorgeschichte. Eines der Häuser, aus denen es zusammengefügt wurde, gehörte Kryštof Harant, einem Reisenden, Schriftsteller und Komponisten, der bis nach Jerusalem und Ägypten gekommen war. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde er 1621 mit den anderen Anführern des böhmischen Ständeaufstands auf dem Altstädter Ring hingerichtet. Sein Besitz wurde eingezogen, und die Sieger bauten auf seinen Mauern ihre Barockträume.

So ist es oft auf der Kleinseite: Unter den schönsten Gärten liegt eine Geschichte von Gewinnern und Verlierern. Geh zurück auf die Karmelitská und ein paar Schritte nach links, zu einer Kirche, die ihren Namen genau dieser Schlacht verdankt und in der ein winziges Kind aus Wachs die halbe Welt anzieht.

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