Trocadéro & Palais de Chaillot: Die Terrasse der Menschenrechte

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Tritt auf die weite Terrasse zwischen den beiden geschwungenen Flügeln des Palais de Chaillot und geh bis an die Brüstung. Vor dir fallen Gärten und Wasserbecken zur Seine hinab, und dahinter steht der Eiffelturm so perfekt im Bild, als hätte jemand die ganze Stadt nur für dieses Foto gebaut.

Key Facts

PlaceTrocadéro & Palais de Chaillot: Die Terrasse der Menschenrechte
AddressParvis des Droits de l'Homme, Place du Trocadéro et du 11 Novembre, 75016 Paris, France
Geo Coordinates48.86190, 2.28810
Part of WalkEiserne Dame und Kaisergrab: Eiffelturm, Trocadéro und Invalidendom in Paris
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Tritt auf die weite Terrasse zwischen den beiden geschwungenen Flügeln des Palais de Chaillot und geh bis an die Brüstung. Vor dir fallen Gärten und Wasserbecken zur Seine hinab, und dahinter steht der Eiffelturm so perfekt im Bild, als hätte jemand die ganze Stadt nur für dieses Foto gebaut.

Der seltsame Name Trocadéro ist ein Souvenir aus Spanien. Er erinnert an ein Fort bei Cádiz, das französische Truppen 1823 erstürmten. Der Palast hinter dir ist dagegen ein Kind der Weltausstellung von 1937. Man riss den alten, verschnörkelten Trocadéro-Palast von 1878 damals nicht ganz ab, sondern hüllte seine Flügel in diese strengen, hellen Fassaden... und ließ in der Mitte eine Lücke, nur für die Aussicht. Die goldenen Inschriften an den Giebeln stammen vom Dichter Paul Valéry.

Auf derselben Weltausstellung standen sich unten am Fluss zwei Pavillons gegenüber wie Boxer im Ring: der deutsche von Albert Speer, gekrönt von einem Reichsadler, und der sowjetische mit einem riesigen Arbeiterpaar aus Stahl. Drei Jahre später, am frühen Morgen des 23. Juni 1940, stand Hitler genau hier, auf dieser Terrasse, zusammen mit Speer und dem Bildhauer Arno Breker. Es war ein Besuch von nur wenigen Stunden im eben besetzten Paris, und das Foto mit dem Turm im Rücken ging um die Welt. Soweit bekannt, kam er nie wieder.

Und doch gehört dieser Ort am Ende jemand anderem. Am 10. Dezember 1948 tagte im Palais de Chaillot die Generalversammlung der Vereinten Nationen und verabschiedete die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Deshalb heißt die Terrasse unter deinen Füßen heute Parvis des Droits de l'Homme, Vorplatz der Menschenrechte. Ein Platz, der dem Eroberer als Kulisse diente, trägt nun den Namen des Textes, der alles widerlegt, wofür er stand.

In den Flügeln stecken heute ein Architekturmuseum, das Musée de l'Homme und ein großes Theater. Am Abend, wenn der Turm zur vollen Stunde funkelt, ist diese Terrasse einer der schönsten Logenplätze der Welt. Steig jetzt die Treppen hinab, vorbei an den Wasserbecken der Gärten, bis hinunter zum Fluss und auf die Brücke, die direkt auf den Turm zuläuft.

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