Südteil der Wiesn: Pferderennen, Landwirtschaftsfest und Oide Wiesn

Why is it significant?

Hier im Süden wird die Wiese ruhiger, offener, fast ländlich, und an manchen Tagen siehst du nur ein paar Hunde, die über das leere Gelände toben. Genau hier fühlt man noch am ehesten, was die Theresienwiese ursprünglich war: eine Weide vor der Stadt, auf der Pferde laufen konnten.

Key Facts

PlaceSüdteil der Wiesn: Pferderennen, Landwirtschaftsfest und Oide Wiesn
AddressTheresienwiese Südteil, 80339 München, Germany
Geo Coordinates48.12850, 11.54750
Part of WalkWiesn, Bavaria und Westend: Münchens Festwiese und das alte Arbeiterviertel
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Hier im Süden wird die Wiese ruhiger, offener, fast ländlich, und an manchen Tagen siehst du nur ein paar Hunde, die über das leere Gelände toben. Genau hier fühlt man noch am ehesten, was die Theresienwiese ursprünglich war: eine Weide vor der Stadt, auf der Pferde laufen konnten.

Denn das allererste Oktoberfest war vor allem ein Pferderennen. Im Oktober 1810 donnerten hier die Pferde über eine lange Rennbahn, und Zehntausende Zuschauer standen auf dem Hang, der heute die Theresienhöhe ist, wie auf einer natürlichen Tribüne. Wem die Idee zu dem Rennen kam, darüber gibt es verschiedene Geschichten, und jede Erzählung hat ihren eigenen Helden. Die Rennen blieben über viele Jahrzehnte ein fester Teil des Fests, bevor sie im 20. Jahrhundert verschwanden.

Schon 1811, im zweiten Jahr, kam etwas dazu, das bis heute existiert: ein Landwirtschaftsfest. Bauern zeigten ihre besten Rinder und Pferde, es gab Preise für Zucht und Ernte, und man wollte damit die Landwirtschaft im jungen Königreich fördern. Daraus wurde ein Fest für ganz Bayern, auf dem bis heute Landwirte, Maschinenbauer und Stadtkinder zusammenkommen, die zum ersten Mal einer Kuh in die Augen schauen. In manchen Jahren findet das Zentral-Landwirtschaftsfest noch heute parallel zur Wiesn auf diesem Südteil statt, mit Traktoren statt Fahrgeschäften und Kühen statt Achterbahnen.

In den anderen Jahren steht hier meistens die Oide Wiesn. Sie entstand 2010 zum zweihundertsten Geburtstag des Oktoberfests und kam so gut an, dass sie geblieben ist. Historische Karussells, alte Schaustellerbuden, Blasmusik zum Mitsingen und Tanzböden, auf denen Menschen in Tracht Walzer tanzen... Viele Münchner flüchten genau hierher, wenn ihnen das Gedränge in den großen Zelten zu viel wird.

Außerhalb der Festzeit gehört dieser Teil Spaziergängern, Drachenfliegern und Hunden, fast wie vor zweihundert Jahren, als hier noch eine Weide vor der Stadt lag. So hat die Wiese zwei Gesichter: vorne das laute Weltereignis, hinten die Erinnerung daran, wie alles begann. Und über beiden wacht seit 1850 eine Frau aus Bronze. Geh jetzt nach Westen auf die Treppen der Theresienhöhe zu, hinauf zur Bavaria.

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