Tate Modern: Das Kraftwerk der Kunst

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Stell dich vor die lange Backsteinfassade und lass den Blick den Schornstein hinaufwandern, der 99 Meter hoch aus der Mitte des Gebäudes steigt. Bis 1981 war das hier ein Kraftwerk, die Bankside Power Station, die mit Öl Strom für London erzeugte.

Key Facts

PlaceTate Modern: Das Kraftwerk der Kunst
AddressBankside, London SE1 9TG, United Kingdom
Geo Coordinates51.50740, -0.09930
Part of WalkShakespeares Ufer: Bankside, Globe und Tate Modern in London
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Stell dich vor die lange Backsteinfassade und lass den Blick den Schornstein hinaufwandern, der 99 Meter hoch aus der Mitte des Gebäudes steigt. Bis 1981 war das hier ein Kraftwerk, die Bankside Power Station, die mit Öl Strom für London erzeugte. Heute ist es eines der meistbesuchten Museen für moderne Kunst der Welt, untergebracht in einem Bau, der einst Rauch über die Themse blies.

Entworfen hat das Kraftwerk Giles Gilbert Scott, derselbe Architekt, von dem die rote Londoner Telefonzelle stammt. Man erzählt sich, der Schornstein sei absichtlich etwas niedriger gebaut worden als die Kuppel von St Paul's gegenüber, damit das Industriegebäude der Kathedrale nicht die Schau stiehlt. Nach der Stilllegung stand der Riese lange leer, und man stritt, ob man ihn nicht einfach abreißen sollte. Viele Londoner hielten ihn für einen Schandfleck gegenüber der Kathedrale.

Dann suchte die Tate einen Ort für ihre internationale moderne Sammlung, und den Wettbewerb gewann ein Architektenduo aus Basel: Jacques Herzog und Pierre de Meuron. Ihre Idee war radikal bescheiden. Sie rissen nichts ab, ließen den Backstein stehen und setzten nur einen leuchtenden Glaskasten aufs Dach. Im Mai 2000 eröffnete die Tate Modern und wurde sofort ein Publikumsmagnet, mit mehr Besuchern, als irgendwer zu hoffen gewagt hatte.

Das Herz des Hauses ist die Turbinenhalle, rund 150 Meter lang und 35 Meter hoch, eine Kathedrale für Kunst. 2003 ließ Olafur Eliasson darin eine riesige künstliche Sonne aufgehen, und die Besucher legten sich auf den Boden wie an einen Strand. 2006 baute der deutsche Künstler Carsten Höller Röhrenrutschen, die sich aus den oberen Etagen bis nach unten wanden... ein Museum, in dem Erwachsene kreischend rutschen durften.

2016 kam ein Anbau dazu, ein verdrehter Turm aus Backsteingitter, wieder von Herzog & de Meuron. Von seiner Aussichtsterrasse im zehnten Stock blickt man über halb London, und auch in die gläsernen Wohnungen nebenan. Die Nachbarn klagten bis vor den Obersten Gerichtshof und bekamen 2023 recht. Folg jetzt der Uferpromenade nach Osten, bis ein weißer Rundbau mit Strohdach auftaucht.

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