Millennium Bridge: Die Brücke, die tanzte
Why is it significant?
Bleib auf der flachen Stahlklinge stehen, die sich über die Themse spannt, und dreh dich einmal um dich selbst: hinter dir die Kuppel von St Paul's, vor dir am Südufer ein Backsteinkoloss mit einem einzigen hohen Schornstein. Zwei Welten, verbunden durch einen Steg, auf dem kein einziges Auto fährt.
Key Facts
| Place | Millennium Bridge: Die Brücke, die tanzte |
|---|---|
| Address | Millennium Bridge, Thames Embankment, London SE1 9JE, United Kingdom |
| Geo Coordinates | 51.51040, -0.09850 |
| Part of Walk | Shakespeares Ufer: Bankside, Globe und Tate Modern in London |
| Generated | Generated |
Bleib auf der flachen Stahlklinge stehen, die sich über die Themse spannt, und dreh dich einmal um dich selbst: hinter dir die Kuppel von St Paul's, vor dir am Südufer ein Backsteinkoloss mit einem einzigen hohen Schornstein. Zwei Welten, verbunden durch einen Steg, auf dem kein einziges Auto fährt.
Die Millennium Bridge, entworfen von Norman Foster, dem Bildhauer Anthony Caro und den Ingenieuren von Arup, wurde am 10. Juni 2000 eröffnet. Tausende strömten am ersten Tag herüber... und die Brücke begann zu schwanken, seitlich, rhythmisch, wie ein Schiffsdeck. Die Menschen passten ihren Schritt unbewusst dem Schwanken an und verstärkten es dadurch noch. Nach zwei Tagen wurde sie geschlossen, und London hatte einen neuen Spitznamen: die Wobbly Bridge, die Wackelbrücke.
Fast zwei Jahre lang tüftelten die Ingenieure und bauten Dutzende Dämpfer ein, die die Schwingungen schlucken. Im Februar 2002 öffnete die Brücke wieder, und seitdem liegt sie ruhig wie ein Brett. Das Phänomen dahinter, dass sich Fußgänger auf einer federnden Brücke im Gleichschritt synchronisieren, wird heute in Ingenieurkursen auf der ganzen Welt gelehrt. Eine Blamage, aus der die Wissenschaft gelernt hat. Die Londoner haben der Brücke den Spott längst verziehen; heute laufen jeden Tag Zehntausende über sie, ohne auch nur ein Zittern zu spüren.
Wer Fantasy liebt, kennt sie aus einer anderen Perspektive: Im Film Harry Potter und der Halbblutprinz von 2009 lassen Todesser genau diese Brücke in die Themse stürzen. Keine Sorge... in Wirklichkeit trägt sie dich sicher hinüber.
Das Spannendste liegt aber vor dir, am Südufer. Bankside gehörte jahrhundertelang nicht zur City, deren Stadtväter Theater für Brutstätten von Pest und Unmoral hielten. Drüben herrschten andere Herren, und so entstand dort Londons Vergnügungsviertel: Bärengruben, Wirtshäuser, Bordelle und Theater, in denen Shakespeare und Marlowe ihre Stücke zeigten. Für die Londoner hieß das: Fährboot nehmen oder über die einzige Brücke laufen, um sich zu amüsieren. Auf diesem Spaziergang folgen wir dieser Welt bis zu den Gasthöfen von Chaucer und den Kinderjahren von Dickens. Geh hinüber ans Südufer, direkt auf den großen Schornstein zu.