Jardim do Príncipe Real & die Riesenzeder

Why is it significant?

Geh unter das grüne Dach in der Mitte des Gartens. Ein einziger Baum hat hier seine Äste horizontal über ein rundes Eisengerüst ausgebreitet, wie einen riesigen Sonnenschirm, und darunter sitzen Männer und spielen Karten, so wie hier seit Generationen Karten gespielt wird.

Key Facts

PlaceJardim do Príncipe Real & die Riesenzeder
AddressPraça do Príncipe Real, 1250 Lisboa, Portugal
Geo Coordinates38.71630, -9.14860
Part of WalkGrünes Lissabon: Wasser, Gärten und Bäume von Amoreiras bis Estrela
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Geh unter das grüne Dach in der Mitte des Gartens. Ein einziger Baum hat hier seine Äste horizontal über ein rundes Eisengerüst ausgebreitet, wie einen riesigen Sonnenschirm, und darunter sitzen Männer und spielen Karten, so wie hier seit Generationen Karten gespielt wird.

Die Lissabonner nennen ihn den Cedro, die Zeder. Botanisch ist es allerdings eine Mexikanische Zypresse, Cupressus lusitanica, ein Baum, der seinen lateinischen Namen paradoxerweise Portugal verdankt, weil er hier, im Wald von Buçaco, so früh und so prächtig gedieh, dass man ihn lange für einheimisch hielt. Seine Krone misst über zwanzig Meter im Durchmesser. Wie alt er genau ist, weiß niemand sicher, gepflanzt wurde er wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Der Platz hat eine bewegte Vorgeschichte. Nach dem Erdbeben von 1755 sollte hier eine neue Patriarchalkirche entstehen, die Hauptkirche des Patriarchen von Lissabon. Doch 1769 brannte die Baustelle nieder, und der Ort hieß lange einfach die verbrannte Patriarchalkirche. Erst im 19. Jahrhundert wurde daraus ein Garten, benannt nach dem Príncipe Real, dem königlichen Prinzen, wie in Portugal der Thronfolger hieß.

Und unter deinen Füßen liegt ein Geheimnis. Unter dem Garten verbirgt sich das Reservatório da Patriarcal, ein achteckiger Wasserspeicher aus den 1860er-Jahren, getragen von schlanken Steinsäulen. Er gehört heute zum Wassermuseum und verteilte einst das Wasser in die Altstadt. Ein unterirdischer Gang führt von hier Richtung Bairro Alto, und manchmal kann man ihn besichtigen.

Rund um den Garten stehen bunte Paläste aus dem 19. Jahrhundert, in denen heute Galerien und Läden sind, und am Wochenende gibt es hier oft einen kleinen Bio-Markt. Das Viertel gilt seit Jahrzehnten als eines der offensten Lissabons, auch für die queere Szene der Stadt. Setz dich vorher noch einen Moment in den Schatten und hör dem Klatschen der Spielkarten zu. Geh jetzt auf der anderen Seite des Platzes hinunter über die Rua da Imprensa Nacional, gut 300 Meter bergab, bis zu einem stillen Platz in einer Senke.

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