Plac Lasoty und die kaiserliche Gartenstadt Podgórze
Why is it significant?
Betritt den verträumten Plac Lasoty und genieße die plötzliche Stille dieser vornehmen Wohnenklave auf dem Bergrücken von Podgórze. Entstanden im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert, spiegelt dieser kreisrunde Platz das städtebauliche Ideal einer mitteleuropäischen Gartenstadt wider.
Key Facts
| Place | Plac Lasoty und die kaiserliche Gartenstadt Podgórze |
|---|---|
| Address | Plac Lasoty 2, 30-537 Kraków, Poland |
| Geo Coordinates | 50.04200, 19.95260 |
| Part of Walk | Podgórze, das Krakauer Ghetto und Schindlers Emaillefabrik |
| Generated | Generated |
Betritt den verträumten Plac Lasoty und genieße die plötzliche Stille dieser vornehmen Wohnenklave auf dem Bergrücken von Podgórze. Entstanden im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert, spiegelt dieser kreisrunde Platz das städtebauliche Ideal einer mitteleuropäischen Gartenstadt wider. Hier siedelten sich wohlhabende Industrielle, Professoren, hohe kaiserliche Beamte und Ärzte an, die dem Staub der Fabriken entfliehen wollten. Die repräsentativen Villen mit ihren großzügigen Gärten, schmiedeeisernen Zäunen und Holzveranden atmen den diskreten Charme der k.u.k.-Monarchie. Jedes Anwesen wurde individuell von führenden Architekten gestaltet, die Elemente des Heimatstils mit Jugendstilmotiven verknüpften.
Den architektonischen Höhepunkt bildet die majestätische Villa Julia bei Hausnummer 2, 1903 für den Bauunternehmer Roman Bandurski errichtet. Mit ihren spitzen Ecktürmchen, Zierfachwerk-Giebeln, neobarocken Stuckverzierungen und geschnitzten Holzbalkonen gleicht sie einem verwunschenen Märchenschloss. Bandurski benannte das Prachtanwesen liebevoll nach seiner Ehefrau Julia und schuf damit eines der elegantesten Wohngebäude ganz Galiziens. Die Villa überstand alle Umbrüche der Weltkriege unversehrt und bewahrt die feine Wohnkultur jener glanzvollen Epoche bis ins kleinste Detail.
Der Platz verdankt seinen Namen dem legendären Fürsten Lasota, einer mystischen Gestalt aus den heidnischen Ursprüngen der frühmittelalterlichen slawischen Besiedlung. Die parkähnliche Begrünung mit uralten Eichen, Buchen, Linden und Akazien spendet im Sommer wohltuenden Schatten für ruhesuchende Spaziergänger. Man vergisst vollkommen, dass man sich nur wenige Gehminuten vom dichten urbanen Zentrum einer mitteleuropäischen Millionenregion entfernt befindet. Jedes Detail der Fassaden zeugt von der handwerklichen Meisterschaft der damaligen Baumeister und der Liebe zur Harmonie von Natur und Baukunst.
Auch dieses noble Wohnviertel blieb von den Stürmen des zwanzigsten Jahrhunderts nicht verschont, als Villen konfisziert und umgewidmet wurden. Doch anders als in anderen Stadtteilen blieb das historische Ensemble in seiner ursprünglichen räumlichen Harmonie fast vollständig erhalten. Es steht heute als geschütztes städtebauliches Kleinod unter strengstem Denkmalschutz.
Wandere nun ostwärts auf den Bergrücken der Krzemionki hinaus und folge dem sanft ansteigenden Pfad. Vor dir erhebt sich der monumentale heidnische Erdhügel des Krakus-Hügels über der Ebene.