Handelskammer Hamburg und Börse

Why is it significant?

Wenden Sie Ihren Blick auf die strenge spätklassizistische Sandsteinfassade der Hamburger Börse, die sich unmittelbar an die Rückseite des Rathauses anschließt.

Key Facts

PlaceHandelskammer Hamburg und Börse
AddressAdolphsplatz 1, 20457 Hamburg, Germany
Geo Coordinates53.54980, 9.99120
Part of WalkAltstadt, Rathaus, Kontorhäuser und Speicherstadt: Hanseatische Kaufmannsmacht
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Wenden Sie Ihren Blick auf die strenge spätklassizistische Sandsteinfassade der Hamburger Börse, die sich unmittelbar an die Rückseite des Rathauses anschließt. Gegründet im Jahr 1558 gilt die Hamburger Börse als die älteste ihrer Art auf deutschem Boden und als Herzkammer des weltweiten hanseatischen Kaufmannsgeistes. Das heutige Gebäude am Adolphsplatz wurde zwischen 1839 und 1841 nach Entwürfen der Architekten Carl Ludwig Wimmel und Franz Gustav Forsmann errichtet und überstand wie durch ein Wunder als einer der wenigen Bauten der Innenstadt den verheerenden Brand von 1842. In den monumentalen Säulenhallen trafen sich Generationen von Reedern, Maklern, Assekuranzkaufleuten und Überseehändlern, um Verträge per Handschlag zu besiegeln, ganz nach dem hanseatischen Ehrenkodex des Ehrbaren Kaufmanns. Heute beherbergt das Gebäude die Handelskammer Hamburg sowie eine der bedeutendsten wirtschaftswissenschaftlichen Bibliotheken Europas mit Schriften bis zurück ins siebzehnte Jahrhundert. Die vornehme Zurückhaltung der Fassade verkörpert das kaufmännische Understatement einer weltoffenen Stadtrepublik, die ihren Reichtum nie protzig zur Schau stellte, sondern in solider hanseatischer Zuverlässigkeit gründete. Die hanseatische Kaufmannschaft bewahrte ihre Unabhängigkeit und ihren weltweiten Ruf stets mit großem bürgerlichem Stolz. Die massiven Pfeiler und die kunstvoll getäfelten Holzdecken der Seitensäle strahlen eine würdevolle Ruhe aus, die generationenlang den soliden Rahmen für weltweite Handelsabkommen bildete.

Beachten Sie die monumentalen Rundbogenfenster des Hauptbörsensaals: Sie fluten die weitgespannte Halle mit hellem Tageslicht, unter dem einst tausende Händler gleichzeitig verhandelten. Noch heute spürt jeder Besucher beim Durchschreiten der Vorhallen die tiefe Ehrfurcht vor der jahrhundertelangen kaufmännischen Tradition der Elbmetropole.

Während des Großen Brandes von 1842 kämpften Bürger und Kaufleute tagelang verzweifelt um das neu eingeweihte Börsengebäude, bis es als unversehrte Insel inmitten der Trümmer gerettet war.

Das hanseatische Prinzip des Ehrbaren Kaufmanns besagt, dass ein mündliches Wort und ein Händedruck auf dem Börsenparkett dieselbe rechtliche Gültigkeit besitzen wie ein notarieller Vertrag.

Überqueren Sie nun den Adolphsplatz nach Süden und biegen Sie in die Große Johannisstraße ein, um zum Mahnmal St. Nikolai zu gelangen.

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