Museo dell'Opera del Duomo: Die Pietà, die Michelangelo zerschlagen wollte
Why is it significant?
Du stehst hinter der Apsis des Doms, an einer Fassade, an der die meisten Menschen achtlos vorbeigehen, weil sie nach oben zur Kuppel schauen. Genau hier lag die Bauhütte der Domverwaltung, die Opera del Duomo, mit Werkstätten, Lagerplätzen und einem Hof voller Steine.
Key Facts
| Place | Museo dell'Opera del Duomo: Die Pietà, die Michelangelo zerschlagen wollte |
|---|---|
| Address | Piazza del Duomo 9, 50122 Firenze FI, Italy |
| Geo Coordinates | 43.77330, 11.25800 |
| Part of Walk | Michelangelo in Florenz: Vom Skulpturengarten zum David bis nach Santa Croce |
| Generated | Generated |
Du stehst hinter der Apsis des Doms, an einer Fassade, an der die meisten Menschen achtlos vorbeigehen, weil sie nach oben zur Kuppel schauen. Genau hier lag die Bauhütte der Domverwaltung, die Opera del Duomo, mit Werkstätten, Lagerplätzen und einem Hof voller Steine.
Und in diesem Hof, hinter einem Bretterzaun, hat Michelangelo zwischen 1501 und 1504 den David gemeißelt. Die Domverwaltung war der Auftraggeber, ihr gehörte der verhauene Riesenblock. Stell dir vor, wie die Florentiner versuchten, durch die Ritzen zu spähen, während drinnen ein junger Mann mit Meißel und Bohrer aus einem Problemfall ein Wunder machte. Der Transport der fertigen Statue zur Piazza della Signoria dauerte übrigens mehrere Tage.
Im Museum wartet heute ein ganz anderer Michelangelo: ein alter Mann. Die Pietà Bandini schuf er um 1550 in Rom, mit über siebzig Jahren, und er wollte sie auf seinem eigenen Grab sehen. Der gebückte Mann mit der Kapuze, der den toten Christus stützt, ist Nikodemus, und man ist sich weitgehend einig, dass Michelangelo ihm seine eigenen Züge gegeben hat.
Dann geschah etwas Rätselhaftes. Eines Tages schlug Michelangelo mit dem Hammer auf die Gruppe ein und zerbrach sie. Vasari meint, der Marmor habe einen Fehler gehabt, andere vermuten Verzweiflung oder einen misslungenen Schenkel. Sein Diener verkaufte die Trümmer an den Florentiner Francesco Bandini, und ein junger Bildhauer namens Tiberio Calcagni setzte sie zusammen und vollendete die Maria Magdalena, die neben den anderen Figuren seltsam glatt und fremd wirkt. Schau dir die Bruchstellen an, du findest sie, wenn du weißt, wo du suchen musst.
Das Museum lohnt aber nicht nur deswegen. Hier stehen die Originale von Ghibertis Paradiestür, die Büßende Magdalena aus Holz von Donatello und die beiden Sängerkanzeln von Donatello und Luca della Robbia. Es ist die Werkstatt, aus der der Dom kam... und Michelangelos Weg führt mitten hindurch. Geh nun die Via Bufalini nach Osten, bis sich ein ruhiger Platz mit einem langen Säulengang öffnet.