Scottish Poetry Library: Finale in der Stadt der Literatur
Why is it significant?
Am Ende der schmalen Crichton's Close, zwischen alten Mauern, steht ein Haus aus Glas, Holz und Stein, das sich nicht aufdrängt: die Scottish Poetry Library, eine Bibliothek nur für Gedichte. Unterwegs ist dir vor der Canongate Kirk ein junger Mann aus Bronze entgegengekommen, mitten im Schritt.
Key Facts
| Place | Scottish Poetry Library: Finale in der Stadt der Literatur |
|---|---|
| Address | 5 Crichton's Close, Canongate, Edinburgh EH8 8DT, UK |
| Geo Coordinates | 55.95150, -3.17810 |
| Part of Walk | Edinburgh, Stadt der Literatur: Von Walter Scotts Kindheit bis zu Jekyll und Hyde |
| Generated | Generated |
Am Ende der schmalen Crichton's Close, zwischen alten Mauern, steht ein Haus aus Glas, Holz und Stein, das sich nicht aufdrängt: die Scottish Poetry Library, eine Bibliothek nur für Gedichte. Unterwegs ist dir vor der Canongate Kirk ein junger Mann aus Bronze entgegengekommen, mitten im Schritt. Das war Robert Fergusson, der Dichter, den Robert Burns mehr verehrte als jeden anderen.
Fergusson schrieb in Scots brillante Verse über das Leben in den Gassen von Edinburgh, über Kneipen, Nebel und Rauch, und nannte die Stadt liebevoll Auld Reekie. Er starb 1774 mit nur vierundzwanzig Jahren in einer Anstalt für Geisteskranke. Als Burns 1787 sein Grab auf dem Kirchhof der Canongate fand, ohne jeden Stein, ließ er auf eigene Kosten einen Grabstein setzen. Ein Dichter, der einen anderen vor dem Vergessen rettet.
Die Poetry Library wurde 1984 von der Dichterin Tessa Ransford gegründet, mit einer Handvoll Bücher und der einfachen Idee, dass Gedichte einen eigenen Ort verdienen. 1999 zog sie in dieses Haus. Hier stehen Gedichte in Englisch, in Scots und in Gälisch, den drei Sprachen Schottlands, nebeneinander im selben Regal. Und ein paar Schritte weiter, an der Mauer des schottischen Parlaments, sind Zitate schottischer Autoren in den Stein geschnitten. Diese Stadt schreibt ihre Literatur buchstäblich an die Wände.
2004 hat die UNESCO Edinburgh zur ersten Literaturstadt der Welt ernannt, und wenn du jetzt zurückdenkst, weißt du, warum. Du hast Scotts Elternhaus gesehen, das Geheimnis des Verlegers Chambers, einen Hund, der zum Roman wurde, Humes Bibliothek, Brodies Doppelleben, die Wiege der Britannica und Ramsays verbotenes Theater. Und das alles auf kaum drei Kilometern Altstadt.
Vielleicht nimmst du nur einen Gedanken mit: In Edinburgh sind Geschichten nie bloße Dekoration. Sie haben Häuser gebaut, Straßen benannt und sogar einem Hund ein Denkmal gesetzt. Wenn du magst, setz dich einen Moment in die Stille dieser Bibliothek, schlag irgendein Buch auf... und lies eine Zeile leise für dich. Hier endet unser Spaziergang durch die Stadt der Literatur.