Our Dynamic Earth & James Hutton
Why is it significant?
Vor dir spannt sich ein weißes Membrandach über Stahlmasten, wie ein riesiges Zelt, und dahinter steigen die Felswände der Salisbury Crags auf. Das ist Our Dynamic Earth, ein Wissenschaftszentrum über die Geschichte unseres Planeten, 1999 eröffnet. Dass es genau hier steht, ist kein Zufall.
Key Facts
| Place | Our Dynamic Earth & James Hutton |
|---|---|
| Address | 112 Holyrood Road, Edinburgh EH8 8AS, UK |
| Geo Coordinates | 55.95050, -3.17440 |
| Part of Walk | Arthur's Seat und Holyrood Park: Wanderung auf Edinburghs Vulkan |
| Generated | Generated |
Vor dir spannt sich ein weißes Membrandach über Stahlmasten, wie ein riesiges Zelt, und dahinter steigen die Felswände der Salisbury Crags auf. Das ist Our Dynamic Earth, ein Wissenschaftszentrum über die Geschichte unseres Planeten, 1999 eröffnet. Dass es genau hier steht, ist kein Zufall.
Nur ein paar Schritte entfernt wohnte im 18. Jahrhundert James Hutton, ein Arzt, Landwirt und Chemiker, der nebenbei Steine sammelte. Von seinem Fenster aus sah er jeden Tag diese Felsen. Und er fragte sich etwas, das damals beinahe ketzerisch war: Wie lange braucht ein Fluss, um ein Tal zu graben, ein Meer, um Sand abzulagern, die Hitze der Erde, um daraus Gestein zu machen?
Seine Antwort sprengte alle Vorstellungen. Viele glaubten damals, die Erde sei wenige tausend Jahre alt. Hutton aber sah in den Gesteinen eine unvorstellbar lange Geschichte von Ablagerung, Hebung und Abtragung, die sich immer wiederholt. 1788 schrieb er den berühmten Satz, er finde keine Spur eines Anfangs und keine Aussicht auf ein Ende. Darum nennt man ihn heute den Vater der modernen Geologie. Den entscheidenden Beweis fand er an der Küste von Siccar Point, wo schräg gestellte Gesteinsschichten zeigen, dass ganze Gebirge entstanden und wieder vergangen sind.
Und jetzt kommt Deutschland ins Spiel. In Freiberg in Sachsen lehrte zur selben Zeit Abraham Gottlob Werner, der glaubte, fast alle Gesteine hätten sich in einem Urozean abgesetzt, die sogenannten Neptunisten. Hutton dagegen setzte auf die Hitze im Erdinneren. Edinburgh wurde zum Schlachtfeld dieses Streits: Robert Jameson, ein Schüler Werners, lehrte hier an der Universität, und zu seinen Studenten gehörte der junge Charles Darwin, der die Vorlesungen später als unerträglich langweilig beschrieb. Auch Goethe hat den Streit zwischen Neptunisten und Vulkanisten in seinem Faust verarbeitet.
Am Ende hatte Hutton recht, und ohne seine Tiefenzeit hätte Darwin seine Evolutionstheorie kaum denken können. Hutton starb 1797 und liegt im Greyfriars Kirkyard, in der Altstadt. Geh nun am Zeltdach vorbei nach Süden zum Queen's Drive und auf die Felswand zu, die dir schon die ganze Zeit über die Schulter schaut.