Markthalle Neun: Das Finale in der Eisenbahnmarkthalle
Why is it significant?
Tritt durch das Tor in die Markthalle Neun: Eisenträger, ein hohes Dach mit Oberlicht, Backsteinwände, und darunter Stände mit Brot, Käse, Wurst, Kaffee und Gemüse von Höfen aus Brandenburg. Es riecht nach Sauerteig und Röstaromen, irgendwo wird gelacht, irgendwo klappert Geschirr.
Key Facts
| Place | Markthalle Neun: Das Finale in der Eisenbahnmarkthalle |
|---|---|
| Address | Eisenbahnstraße 42-43, 10997 Berlin, Germany |
| Geo Coordinates | 52.50220, 13.43150 |
| Part of Walk | Kreuzberger Küche: Currywurst, Döner und Markthallen in Berlin |
| Generated | Generated |
Tritt durch das Tor in die Markthalle Neun: Eisenträger, ein hohes Dach mit Oberlicht, Backsteinwände, und darunter Stände mit Brot, Käse, Wurst, Kaffee und Gemüse von Höfen aus Brandenburg. Es riecht nach Sauerteig und Röstaromen, irgendwo wird gelacht, irgendwo klappert Geschirr. Willkommen am Ziel.
Die Halle wurde 1891 eröffnet, als städtische Markthalle Nummer neun, daher der Name. Sie gehörte zu dem großen Programm, mit dem Berlin am Ende des 19. Jahrhunderts seine Märkte unter Dach brachte, entworfen im Stadtbauamt unter Hermann Blankenstein. Die lange Halle reicht von der Eisenbahnstraße bis hinüber zur Pücklerstraße, und ihre Schwester am Marheinekeplatz hast du vorhin gesehen. Zusammen erzählen die beiden, wie eine Millionenstadt lernte, sich sauber und zuverlässig zu ernähren.
Im 20. Jahrhundert ging es bergab. Supermärkte machten den Markthallen Konkurrenz, ein Teil der Halle wurde an einen Discounter vermietet, der Rest verödete. Um 2009 wollte das Land Berlin die Halle verkaufen, und es drohte, dass daraus alles Mögliche wird, nur kein Markt mehr. Nachbarn und eine Initiative kämpften für eine Halle, in der wieder regionale Lebensmittel verkauft werden.
Seit 2011 heißt sie Markthalle Neun, und sie ist ein Labor geworden für die Frage, wie eine Großstadt essen will: mit Bäckern, die ihr Getreide kennen, Metzgern, die ganze Tiere verarbeiten, einer kleinen Brauerei im Keller, und Abenden, an denen sich die Halle in einen Streetfood-Markt aus aller Welt verwandelt. Unumstritten ist sie nicht, manchen ist vieles zu teuer für den Kiez. Und genau dieser Streit ist sehr Kreuzberg.
Schau zurück auf deinen Weg: vom Hofgarten der Kaiserzeit über die Currywurst am Mehringdamm, die Halle am Marheinekeplatz, die Kaffeegärten der Hasenheide, die Eckkneipe und den Markt am Kanal bis zum Döner am Kotti. Die Kreuzberger Küche ist keine Speisekarte, sie ist eine Geschichte vom Ankommen und Bleiben. Setz dich, iss etwas und guten Appetit, oder, wie man am Maybachufer sagt: Afiyet olsun.