Straße des 17. Juni im Tiergarten

Why is it significant?

Stell dich an den Rand der breiten Straße und schau in beide Richtungen: Nach Osten blitzt am Ende das Brandenburger Tor, nach Westen glänzt golden die Siegessäule. Dazwischen nur Asphalt, schnurgerade, und links und rechts dichter Wald.

Key Facts

PlaceStraße des 17. Juni im Tiergarten
AddressStraße des 17. Juni, 10557 Berlin, Germany
Geo Coordinates52.51480, 13.35800
Part of WalkKuppel, Kanzlerwaschmaschine und Goldelse: Berlins Regierungsviertel und der Tiergarten
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Stell dich an den Rand der breiten Straße und schau in beide Richtungen: Nach Osten blitzt am Ende das Brandenburger Tor, nach Westen glänzt golden die Siegessäule. Dazwischen nur Asphalt, schnurgerade, und links und rechts dichter Wald. Mitten in der Hauptstadt fühlt sich das an wie eine Landstraße, auf der jemand vergessen hat, die Autos abzustellen.

Diese Straße hatte schon viele Leben. Früher hieß sie Charlottenburger Chaussee, eine Allee durch den alten Jagdgrund der Kurfürsten. Dann ließ Hitler sie bis 1939 zur Ost-West-Achse ausbauen, breit genug für Militärparaden, rechtzeitig zu seinem fünfzigsten Geburtstag. Und wenige Tage nach dem 17. Juni 1953, als in der DDR Hunderttausende gegen die Regierung auf die Straße gingen und sowjetische Panzer den Aufstand niederwalzten, gab West-Berlin ihr den Namen, den sie bis heute trägt.

Den Tiergarten um dich herum gab es 1945 praktisch nicht mehr. Die Kämpfe hatten ihn verwüstet, und in den eiskalten Nachkriegswintern fällten die Berliner fast alle verbliebenen Bäume, um irgendwie zu heizen. Auf den Lichtungen pflanzten sie Kartoffeln und Gemüse, kleine Parzellen, wo heute Picknickdecken liegen. Vom Brandenburger Tor aus konnte man damals über eine kahle, staubige Fläche bis weit zur Siegessäule sehen.

Im März 1949 pflanzte Oberbürgermeister Ernst Reuter dann eine junge Linde, und mit ihr begann die Wiederaufforstung. Junge Bäume kamen als Spenden aus Westdeutschland, und Stück für Stück wuchs der Park zurück. Was du heute siehst, diesen dichten, fast wilden Stadtwald, ist also kaum älter als deine Großeltern... und trotzdem fühlt er sich an, als wäre er schon immer da gewesen. Den Plan für seine geschwungenen Wege hatte übrigens schon im 19. Jahrhundert Peter Joseph Lenné gezeichnet.

Später wurde die Straße Berlins größte Bühne. Ab 1996 tanzte hier die Love Parade, in den besten Jahren nach Angaben der Veranstalter mit weit über einer Million Menschen, bei großen Fußballturnieren steht hier die Fanmeile, und an Silvester feiert die halbe Stadt zwischen Tor und Säule. Geh jetzt weiter nach Westen, auf die goldene Dame zu. Und keine Sorge: Du musst nicht über den Kreisverkehr rennen, es gibt Fußgängertunnel.

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