Monument Joods Verzet und Spinoza an der Amstel

Why is it significant?

Am Ufer der Amstel, dort, wo die Zwanenburgwal in den Fluss mündet, steht eine schwarze Granitsäule mit steinernen Tafeln, schlicht und fast unscheinbar neben dem riesigen Bau aus Rathaus und Oper, den die Amsterdamer Stopera nennen.

Key Facts

PlaceMonument Joods Verzet und Spinoza an der Amstel
AddressAmstel 1 (Ecke Zwanenburgwal), 1011 PN Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.36760, 4.89890
Part of WalkAmsterdams Jüdisches Viertel und die Plantage: Synagogen, Widerstand und Erinnerung
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Am Ufer der Amstel, dort, wo die Zwanenburgwal in den Fluss mündet, steht eine schwarze Granitsäule mit steinernen Tafeln, schlicht und fast unscheinbar neben dem riesigen Bau aus Rathaus und Oper, den die Amsterdamer Stopera nennen. Die niederländische Inschrift erinnert an den Widerstand der jüdischen Bürger, die zwischen 1940 und 1945 gefallen sind.

Dieses Denkmal widerspricht einem bequemen Bild. Lange wurde die Geschichte so erzählt, als hätten Juden die Verfolgung nur erlitten. Doch jüdische Amsterdamer kämpften: Sie fälschten Papiere, versteckten Kinder, schlossen sich Widerstandsgruppen an, und viele bezahlten dafür mit dem Leben. Enthüllt wurde die Säule erst im Oktober 1988, mehr als vierzig Jahre nach dem Krieg... so lange dauerte es, bis diese Geschichte einen eigenen Stein bekam.

Schau dich um. Wo heute die Stopera steht, lag einst die Insel Vlooienburg, ein dichtes Gewirr aus Gassen, Werften und Hinterhöfen, in dem sich seit dem 17. Jahrhundert jüdische Familien niederließen. Hier richteten die portugiesischen Juden ihre ersten Betsäle ein, versteckt in gewöhnlichen Wohnhäusern, lange bevor sie es wagten, prächtige Synagogen zu bauen. Im Hungerwinter 1944 auf 1945 rissen frierende Menschen Holz aus den leeren Häusern der Deportierten, Dielen, Treppen, Türrahmen, nur um heizen zu können. In den Jahrzehnten danach verschwand vom alten Viertel vieles unter Abrissbaggern und Neubauten.

Ein paar Schritte weiter am Wasser steht ein Mann aus Bronze in einem weiten Mantel, auf dem Vögel und Pflanzen wachsen: Baruch de Spinoza. Er wurde 1632 hier in der Gegend geboren, als Sohn portugiesisch-jüdischer Kaufleute, und lernte in der Schule der Gemeinde Hebräisch und die Schriften. 1656 belegte ihn seine eigene Gemeinde mit dem Bann, dem Cherem, wegen seiner Gedanken über Gott und Natur. Ausgerechnet der Ausgestoßene wurde einer der einflussreichsten Philosophen Europas, und Goethe las ihn später mit Begeisterung.

Freiheit und Ausgrenzung, Blüte und Zerstörung, das liegt in diesem Viertel immer dicht beieinander. Geh jetzt an der Stopera vorbei auf den Waterlooplein mit seinen Marktständen, bis zu der großen hellen Kirche mit den zwei Türmen.

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