Salzburger Klangwelten: Mozarts Geburtsstadt, Dom und Festung Hohensalzburg

Ein Spaziergang durch das barocke Welterbe von Salzburg—vom Mirabellgarten und der Getreidegasse bis zum Dom und der mächtigen Festung

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  1. 1. Schloss Mirabell und Mirabellgarten: Das Barocke Liebesgeschenk

    Mirabellplatz 4, 5020 Salzburg, Österreich

    Treten Sie vor die Pegasus-Fontäne im Mirabellgarten und blicken Sie über das kunstvoll geschwungene Blumenparterre nach Süden. In perfekter Symmetrie rahmen Buchsbaumhecken und Marmorstatuen den Ausblick ein: über die Dächer der barocken Kuppelkirchen hinweg erhebt sich auf einem steilen Felskamm die mächtige weiße Festung Hohensalzburg.

    Schloss Mirabell wurde im Jahr sechzehnhundertsechs von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau für seine Geliebte Salome Alt erbaut, mit der er fünfzehn gemeinsame Kinder hatte. Als Wolf Dietrich später gestürzt und eingekerkert wurde, taufte sein Nachfolger das Anwesen kurzerhand von Schloss Altenau in Schloss Mirabell um, nach den italienischen Wörtern für wunderbar und schön.

    Im ersten Stock des Schlosses liegt der Marmorsaal, der als einer der schönsten Traungssäle der Welt gilt; hier musizierte schon der junge Wolfgang Amadeus Mozart gemeinsam mit seiner Schwester Nannerl vor der fürstlichen Hofgesellschaft.

    Schlendern Sie über die Salzachbrücke hinein in die weltberühmte Getreidegasse.

  2. 2. Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse: Das Gelbe Wunderhaus

    Getreidegasse 9, 5020 Salzburg, Österreich

    Blicken Sie hinauf zur leuchtend kanariengelben Fassade der Hausnummer neun in der Getreidegasse. Über den schmalen, kopfsteingepflasterten Gassenraum ragen kunstvoll geschmiedete Zunftzeichen aus Eisen und Blattgold, die seit Jahrhunderten Brauereien, Schneider und Kaufmannsläden ankündigen.

    Hier, im dritten Stock des Hauses der Kaufmannsfamilie Hagenauer, kam am siebenundzwanzigsten Januar siebzehnhundertsechsundfünfzig Wolfgang Amadeus Mozart zur Welt. Seine Eltern Leopold und Anna Maria bewohnten eine kleine Dreizimmerwohnung, in der das Wunderkind schon mit vier Jahren erste Noten zu Papier brachte und auf der Geige vorspielte.

    Heute kann man in den originalen Zimmern Mozarts Kindergeige, sein Clavichord und ein Medaillon mit einer Locke seines Haares aus nächster Nähe bewundern.

    Biegen Sie durch einen der malerischen Durchhäuser zum Universitätsplatz ab.

  3. 3. Universitätsplatz und Kollegienkirche: Fischer von Erlachs Meisterwerk

    Universitätsplatz 20, 5020 Salzburg, Österreich

    Atmen Sie den Duft von frischem Bauernbrot, Almkäse und gebrannten Mandeln ein, während Sie über den Universitätsplatz spazieren. Mitten zwischen den Holzständen des traditionellen Grünmarkts ragt die monumentale, geschwungene Kalksteinfassade der Kollegienkirche auf.

    Dieses Meisterwerk des Hochbarock wurde um siebzehnhundert vom kaiserlichen Hofarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach als Universitätskirche erbaut. Anders als viele andere Salzburger Prachtkirchen besitzt das Innere keine schweren Goldverzierungen oder dunklen Gemälde, sondern erstrahlt in vollkommenem, lichtdurchflutetem Weiß als reine Hommage an göttliche Weisheit und Licht.

    In den Wirren der Napoleonischen Kriege nutzten französische Truppen die Kollegienkirche zeitweise als Heumagazin und Lazarett, bevor sie in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts durch Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt als Spielstätte der Salzburger Festspiele neu entdeckt wurde.

    Gehen Sie durch die Sigmund-Haffner-Gasse weiter zum monumentalen Residenzplatz und dem Dom.

  4. 4. Salzburger Dom: Die Wiege des Salzburger Barocks

    Domplatz 1a, 5020 Salzburg, Österreich

    Treten Sie auf den weiten Domplatz und blicken Sie auf die strahlende Fassade aus hellem Untersberger Marmor. Über den drei mächtigen Bronzetüren thronen vier überlebensgroße Statuen der Apostel Petrus und Paulus sowie der Landespatrone Rupert und Virgil.

    Nach einem verheerenden Brand im Jahr fünfzehnhundertachtundneunzig ließ Fürsterzbischof Markus Sittikus die alte romanische Kathedrale niederreißen und durch den italienischen Baumeister Santino Solari den ersten frühbarocken Dom nördlich der Alpen errichten. Mit Platz für zehntausend Gläubige demonstrierte der Fürsterzbischof die uneingeschränkte Macht und den Reichtum des Salzburger Kirchenstaates.

    Gleich links hinter dem Eingang steht das bronzene romanische Taufbecken aus dem vierzehnten Jahrhundert. In genau diesem Becken wurde am Tag nach seiner Geburt im Januar siebzehnhundertsechsundfünfzig Wolfgang Amadeus Mozart getauft.

    Treten Sie durch die Arkaden auf den Residenzplatz und lauschen Sie dem berühmten Glockenspiel.

  5. 5. Residenzplatz und Salzburger Glockenspiel: Fürstliche Pracht

    Residenzplatz 1, 5020 Salzburg, Österreich

    Stellen Sie sich an das Becken des Residenzbrunnens in der Mitte des riesigen Platzes. Vor Ihnen schnauben vier gigantische Meeresrosse aus Marmor, getrieben von wasserspeienden Titanen, über denen drei Delfine ein riesiges Muschelbecken tragen.

    Der Brunnen wurde zwischen sechzehnhundertsechsundfünfzig und sechzehnhunderteinundsechzig aus massivem Untersberger Marmor gemeißelt und gilt als der größte und bedeutendste Barockbrunnen außerhalb Italiens. Dahinter ragt der Turm der Neuen Residenz auf, in dem seit siebzehnhundertvier das berühmte Glockenspiel erklingt.

    Dreimal täglich ertönen aus den fünfunddreißig Antwerpener Bronzeglocken klassische Melodien von Mozart und Vater Leopold, die über die umliegenden Dächer hallen.

    Gehen Sie um den Dom herum zum ältesten Kloster im deutschen Sprachraum: Stift Sankt Peter.

  6. 6. Stift Sankt Peter und Friedhof: Das Jahrtausendealte Mönchskloster

    Sankt-Peter-Bezirk 1, 5020 Salzburg, Österreich

    Treten Sie durch das schmiedeeiserne Portal in den verwunschenen Petersfriedhof, der sich direkt an die steil abfallende Felswand des Mönchsbergs schmiegt. Zwischen uralten Eiben, blühenden Rosenbeeten und schmiedeeisernen Grabkreuzen herrscht eine feierliche, fast zeitlose Stille.

    Gegründet im Jahr sechshundertsechsundneunzig vom Heiligen Rupert, ist die Benediktinererzabtei Sankt Peter das älteste ununterbrochen bestehende Kloster im gesamten deutschen Sprachraum. Hoch oben in den Felsen über den Gräbern wurden bereits in der Spätantike die Katakomben von ersten christlichen Einsiedlern in das weiche Konglomeratgestein gehauen.

    Auf diesem Friedhof ruhen Mozarts geliebte Schwester Nannerl sowie der Komponist Michael Haydn, der jüngere Bruder von Joseph Haydn.

    Nehmen Sie die Festungsbahn oder den Panoramaweg hinauf zur stolzen Festung Hohensalzburg.

  7. 7. Festung Hohensalzburg: Die Uneinnehmbare Burg über den Alpen

    Mönchsberg 34, 5020 Salzburg, Österreich

    Treten Sie auf die Reckturm-Aussichtsplattform der Festung Hohensalzburg und lassen Sie den Blick über dreihundertsechzig Grad schweifen. Tief unter Ihnen windet sich die türkisgrüne Salzach durch die Barockaltstadt, während im Süden die schneebedeckten Gipfel der Berchtesgadener Alpen und des Untersbergs majestätisch in den Himmel ragen.

    Die Festung wurde im Jahr eintausendsiebenundsiebzig von Erzbischof Gebhard während des Investiturstreits zwischen Papst und Kaiser gegründet und um fünfzehnhundert von Leonhard von Keutschach zur heutigen gewaltigen Trutzburg ausgebaut. In ihrer gesamten fast tausendjährigen Geschichte gelang es keinem einzigen feindlichen Heer, diese Festung jemals gewaltsam einzunehmen.

    In den fürstlichen Gemächern oben im Hohen Stockwerk können Sie die Goldene Stube bewundern, deren Kassettendecke mit hunderten vergoldeten Zierknöpfen verziert ist, die wie ein funkelnder Sternenhimmel strahlen.

    Blicken Sie hinunter auf das Lichtermeer der Stadt. Sie haben das Herz von Mozarts Salzburg in seiner ganzen Pracht erlebt.