Stadthaus und Fraumünster-Abtei

Why is it significant?

Blicken Sie auf die reich gegliederte Sandsteinfassade des Zürcher Stadthauses am Stadthausquai, das 1883 nach Plänen von Gustav Mossdorf erbaut wurde.

Key Facts

PlaceStadthaus und Fraumünster-Abtei
AddressStadthausquai 17, 8001 Zürich, Schweiz
Geo Coordinates47.36900, 8.54180
Part of WalkZunfthäuser, Reformation und Kulturgeschichte: Der historische Aufstieg Zürichs
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Blicken Sie auf die reich gegliederte Sandsteinfassade des Zürcher Stadthauses am Stadthausquai, das 1883 nach Plänen von Gustav Mossdorf erbaut wurde. Das repräsentative neugotische Gebäude steht genau an jener Stelle, an der sich über ein Jahrtausend lang die ehrwürdigen Klostergebäude der Fraumünsterabtei erstreckten. Wo heute Stadträte tagen und städtische Ämter arbeiten, herrschten einst mächtige adlige Äbtissinnen.

Gegründet im Jahr 853 durch König Ludwig den Deutschen, besass das Fraumünsterkloster jahrhundertelang die Markt-, Münz- und Zollhoheit über Zürich. Die Fürstäbtissin war die oberste Stadtherrin und ernannte den Reichsvogt. Als die Zünfte im vierzehnten Jahrhundert an Macht gewannen, gerieten sie wiederholt in Konflikt mit den aristokratischen Rechten der Abtei.

Die kluge letzte Fürstäbtissin Katharina von Zimmern erkannte im Jahr 1524 die Zeichen der Reformation. Um einen blutigen Glaubenskrieg in Zürich zu verhindern, verzichtete sie freiwillig auf alle Herrschaftsrechte und übergab das gesamte Abteivermögen feierlich an die Zürcher Bürgerschaft. Im Gegenzug erhielt sie ein lebenslanges Wohnrecht und eine Rente. Die kunstvoll gefügten Fassaden und historischen Konstruktionsdetails ziehen Architekturbegeisterte und Spaziergänger gleichermassen in ihren Bann. Ein aufmerksamer Rundgang durch diese geschichtsträchtigen Strassenzüge offenbart, wie sorgsam die Stadt Zürich ihr baukulturelles Gedächtnis über Generationen hinweg gepflegt hat.

Im Inneren des Stadthauses beeindruckt der feierliche Trauungssaal, in dem sich Zürcher Paare das Jawort geben. Ein friedvoller kleiner Kreuzganghof mit einem modernen Brunnen erinnert an die klösterliche Vergangenheit dieses Ortes. Hier verbindet sich die sakrale Frühgeschichte Zürichs mit der modernen Demokratie. Generationen von Zürcher Bürgerinnen und Bürgern haben diesen geschichtsträchtigen Ort mit Leben erfüllt und seine unverwechselbare Identität lebendig bewahrt. In den umliegenden Quartieren spürt man auf Schritt und Tritt die geglückte Verbindung von reicher Tradition und weltoffener Gegenwart. Das facettenreiche Zusammenspiel von Tradition und Wandel spiegelt das Selbstverständnis der modernen Limmatstadt auf eindrucksvolle Weise wider. Das facettenreiche Zusammenspiel von Tradition und Wandel spiegelt das Selbstverständnis der modernen Limmatstadt auf eindrucksvolle Weise wider.

Treten Sie nun hinaus auf den weiten Münsterhof und betreten Sie das historische Zunfthaus zur Waag.