Grossmünster und Karlsturm
Why is it significant?
Blicken Sie empor zu den weithin sichtbaren, charakteristischen Doppeltürmen des Grossmünsters, dem unbestrittenen Wahrzeichen Zürichs.
Key Facts
| Place | Grossmünster und Karlsturm |
|---|---|
| Address | Zwingliplatz 4, 8001 Zürich, Schweiz |
| Geo Coordinates | 47.37000, 8.54400 |
| Part of Walk | Grossmünster, Niederdorf und Polybahn: Das lebendige Herz am rechten Limmatufer |
| Generated | Generated |
Blicken Sie empor zu den weithin sichtbaren, charakteristischen Doppeltürmen des Grossmünsters, dem unbestrittenen Wahrzeichen Zürichs. Nach der Überlieferung entdeckte Kaiser Karl der Grosse hier die Gräber der Zürcher Stadtheiligen Felix und Regula, nachdem sein Jagdpferd vor ihnen auf die Knie gesunken war. Aus Dankbarkeit stiftete der Kaiser an dieser Stelle ein Chorherrenstift, aus dem die heutige romanische Basilika hervorging.
Der Bau der mächtigen dreischiffigen Kirche begann um das Jahr 1100 und dauerte über ein ganzes Jahrhundert. Die markanten neugotischen Turmhauben wurden erst 1787 aufgesetzt, nachdem ein verheerender Blitzschlag die ursprünglichen Holzspitzen zerstört hatte. An der Südwand des Karlsturms sitzt eine monumentale Sandsteinfigur Karls des Grossen mit Krone und Richtschwert.
Am Neujahrstag 1519 bestieg Huldrych Zwingli hier die Kanzel und begann seine revolutionären Predigten, die die Schweizer Reformation auslösten. Zwingli brach mit der lateinischen Messe, predigte direkt aus dem griechischen Urtext des Evangeliums und liess Altäre, Bilder und Orgeln aus dem Kirchenraum entfernen. Das Grossmünster wurde zum theologischen Epizentrum einer geistigen Erneuerungsbewegung, die ganz Europa erfasste. Die kunstvoll gefügten Fassaden und historischen Konstruktionsdetails ziehen Architekturbegeisterte und Spaziergänger gleichermassen in ihren Bann. Ein aufmerksamer Rundgang durch diese geschichtsträchtigen Strassenzüge offenbart, wie sorgsam die Stadt Zürich ihr baukulturelles Gedächtnis über Generationen hinweg gepflegt hat.
Im schlichten, von jeglichem Prunk befreiten Innenraum faszinieren heute die kunstvollen Chorfenster von Augusto Giacometti aus dem Jahr 1933 sowie die spektakulären Achatscheibenfenster des deutschen Meisters Sigmar Polke von 2009. Das durch die dünnen Halbedelsteine brechende Licht taucht das romanische Kirchenschiff in ein mystisches Farbenspiel. Generationen von Zürcher Bürgerinnen und Bürgern haben diesen geschichtsträchtigen Ort mit Leben erfüllt und seine unverwechselbare Identität lebendig bewahrt. In den umliegenden Quartieren spürt man auf Schritt und Tritt die geglückte Verbindung von reicher Tradition und weltoffener Gegenwart.
Steigen Sie die Stufen zum Limmatquai hinab und besuchen Sie die geschichtsträchtige Wasserkirche mit dem Helmhaus direkt am Fluss.