Fraumünster und Chagall-Fenster
Why is it significant?
Treten Sie vor die elegante Westfassade des Fraumünsters mit seinem schlanken, kupfergrünen Spitzturm, der die Silhouette Zürichs unverkennbar prägt.
Key Facts
| Place | Fraumünster und Chagall-Fenster |
|---|---|
| Address | Münsterhof 2, 8001 Zürich, Schweiz |
| Geo Coordinates | 47.36980, 8.54130 |
| Part of Walk | Lindenhof, Fraumünster und Schipfe: Das historische Herz am linken Limmatufer |
| Generated | Generated |
Treten Sie vor die elegante Westfassade des Fraumünsters mit seinem schlanken, kupfergrünen Spitzturm, der die Silhouette Zürichs unverkennbar prägt. Gegründet im Jahr 853 von König Ludwig dem Deutschen für seine Tochter Hildegard, war dieses Damenstift jahrhundertelang die mächtigste Institution der Stadt. Die adeligen Äbtissinnen genossen Reichsunmittelbarkeit, prägten eigene Silbermünzen und bestimmten die Bürgermeister.
Im Inneren der gotischen Basilika erwartet Sie ein unvergleichliches Lichtwunder von Weltrang. In den Jahren 1969 und 1970 schuf der damals über achtzigjährige Meister Marc Chagall fünf monumentale Glasfenster für den hohen Chor. Die leuchtenden Farben in tiefem Blau, strahlendem Gelb und feurigem Rot erzählen biblische Szenen wie die Schöpfung, die Visionen der Propheten und das Leben Christi.
Ein weiteres Meisterwerk verbirgt sich im nördlichen Querschiff: die riesige Fensterrosette von Augusto Giacometti aus dem Jahr 1945, die das himmlische Paradies in glühenden Farbtönen darstellt. Bei der Reformation im Jahr 1524 übergab die letzte Äbtissin Katharina von Zimmern die Abtei klug und friedlich an den Zürcher Rat, wodurch schwere Zerstörungen vermieden wurden. Die architektonischen Details des Mauerwerks und die historische Ausstrahlung des Bauwerks faszinieren Gäste und Einheimische stets aufs Neue. Ein aufmerksamer Rundgang durch diese geschichtsträchtigen Winkel zeigt eindrücklich, wie harmonisch sich Zürichs reiches Erbe mit dem modernen urbanen Rhythmus verbindet.
Die Krypta unter dem Altarraum birgt romanische Wandmalereien und das Grab der ersten Äbtissinnen. Hier verschmelzen karolingische Gründungsgeschichte, staufische Bauplastik und modernste Buntglaskunst zu einer geistigen Einheit von seltener Intensität. Viele Besucher verweilen hier schweigend im warmen Farblicht der Fenster. Seit Jahrhunderten prägen die Menschen dieser Stadt das unverwechselbare Antlitz ihrer historischen Quartiere und tragen ihre lebendigen Erzählungen in die Zukunft weiter. Ringsum spiegelt sich in jedem Pflasterstein die tiefe Verbundenheit der Limmatstadt mit ihrer stolzen Geschichte wider.
Verlassen Sie das Münster und treten Sie hinaus auf den Münsterhof, um das prachtvolle barocke Zunfthaus zur Meisen zu betrachten.